Sofia/Genf. Die bulgarische Regierung hat ihre Ablehnung des UNO-Migrationspakts nun offiziell gemacht. Am Mittwoch teilte die Regierung in Sofia mit, die Interessen des Landes und seiner Bürger am besten dadurch geschützt werden, das Dokument nicht anzunehmen. Neben anderen Staaten haben sich auch Österreich, die USA, Ungarn, Polen, Tschechien, die Slowakei, Israel und Australien von dem Pakt distanziert.

Auch die Schweiz und Italien werden keine Vertreter zu der UNO-Konferenz in Marokko entsenden, wo der Migrationspakt in der nächsten Woche offiziell angenommen werden soll. Den fertigen Text mit dem Ziel, weltweit gültige Standards im Umgang mit Migranten festzuschreiben, hatten im Juli alle 193 UNO-Mitglieder außer den USA abgesegnet. Vor allem von migrationskritischen Regierungen geführte EU-Staaten rücken nun aber wieder davon ab.

Bachelet enttäuscht

Die UNO-Menschenrechtskommissarin zeigte sich am Mittwoch enttäuscht, dass sich mittlerweile so viele Länder von dem Migrationspakt distanziert haben. Politiker müssten den Menschen vielmehr Werte und Prinzipien darlegen. "Wenn jemand politisches Kapital hat, muss er es hier zum Einsatz bringen, um das zu tun, was richtig ist", sagte Michelle Bachelet in Genf.