Dubai/Sanaa. Die zwischen den Konfliktparteien im Jemen vereinbarte Waffenruhe für die umkämpfte Hafenstadt Hodeidah soll nach UNO-Angaben ab Dienstag umgesetzt werden. Ab 00.00 Uhr (Ortszeit, Montag 22.00 UHR MEZ) sollen die Waffen zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung und den Houthi-Rebellen schweigen, bestätigte ein Vertreter der UNO.

Die Wahl sei aus "operativen" Gründen auf dieses Datum gefallen, hieß es. Die Konfliktparteien hatten sich bei ihren Friedensgesprächen unter UNO-Vermittlung am Donnerstag in Schweden auf eine Waffenruhe für Hodeidah verständigt. Eigentlich sollte dieser in der Nacht zu Freitag in Kraft treten. Dennoch gingen die Kämpfe in der Stadt weiter.

Absprache auf allen Kommandoebenen 

Am Sonntag hatte ein Vertreter der Vereinten Nationen der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, dass in der Hodeidah-Vereinbarung zwar stehe, dass die Waffen sofort schweigen sollten, es aber normal sei, dass es bis zu 72 Stunden dauere, bis eine solche Absprache auf allen Kommandoebenen angekommen sei.

Die in Schweden vereinbarte Waffenruhe gilt für das von den Rebellen kontrollierte Hodeidah und den dortigen Hafen, über den der Großteil der humanitären Hilfe für den Jemen in das Land gelangt. Die Einigung sah auch einen Rückzug von Regierungstruppen und Rebellenkämpfern sowie den Austausch von 15.000 Gefangenen vor.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UNO-Angaben wurden in dem Bürgerkrieg im Jemen bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit.