Washington. Der Befehl zum umstrittenen Abzug der US-Truppen aus Syrien ist unterzeichnet. "Das Dekret zu Syrien wurde unterschrieben", sagte ein Pentagon-Sprecher am Sonntag.  Unterdessen beschleunigt US-Präsident Donald Trump den Abgang des im Streit um die richtige Syrien-Politik scheidenden Verteidigungsministers James Mattis. Außerdem besprach Trump mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan den Abzug der US-Truppen.

Russland will die Zahl seiner Soldaten in Syrien vorerst unverändert lassen. "Der Abzug unserer Fachleute hängt überhaupt nicht mit der Entscheidung der USA zusammen", sagte die Vorsitzende des Föderationsrates in Moskau, Valentina Matwijenko, laut russischen Medien. "Ob die Soldaten komplett oder zum Teil abgezogen werden, darüber wird von der syrischen Regierung mit uns zusammen entschieden", sagte die Chefin des Oberhauses. Die Entscheidung Washingtons sei jedenfalls absolut richtig. Matwijenko verwies darauf, dass US-Soldaten ohne internationales Mandat in Syrien seien. Das russische Militär sei im Gegensatz zur USA auf Einladung der syrischen Regierung im Einsatz. 

Auszug aus dem Rücktrittsschreiben von Verteidigugsminister James Mattis an US- Präsident Trump. - © APAweb/AFP
Auszug aus dem Rücktrittsschreiben von Verteidigugsminister James Mattis an US- Präsident Trump. - © APAweb/AFP

 IS "weitgehend besiegt"

Trump hatte am Mittwoch überraschend den vollständigen Abzug der US-Armee aus Syrien angekündigt. Der US-Präsident hält die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für "weitgehend besiegt" und will die rund 2.000 US-Soldaten aus Syrien deswegen abziehen.

Die Ankündigung stieß nicht nur bei Verbündeten der USA im Kampf gegen den IS auf Unverständnis. Auch in den USA halten viele den Rückzug für verfrüht.

Nur einen Tag nach Trumps Bekanntgabe kündigte US-Verteidigungsminister Mattis seinen Rücktritt an. Der 68-Jährige wollte eigentlich bis Ende Februar im Amt bleiben, um eine geregelte Übergabe an seinen Nachfolger zu ermöglichen.

 Shanahan wird neuer Verteidigungsminister

 Trump beschleunigt die Ablösung nun aber: Am Sonntag gab er bekannt, dass Mattis mit Jahreswechsel von dessen bisherigem Stellvertreter Patrick Shanahan an der Spitze des Ministeriums abgelöst wird.

"Ich freue mich anzukündigen, dass unser sehr talentierter Vize-Verteidigungsminister Patrick Shanahan ab dem 1. Jänner 2019 den Titel Amtierender Verteidigungsminister trägt", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Er wird großartig sein."

Anders als der Vier-Sterne-General Mattis hat Shanahan nie in der Armee gedient und den Großteil seiner Karriere in der Privatwirtschaft gearbeitet. Bevor er im Juli 2017 Vize-Verteidigungsminister wurde, arbeitete Shanahan rund 30 Jahre lang für den Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Boeing. Bis ein endgültiger Nachfolger für Mattis gefunden ist, wird Shanahan den Rückzug der US-Soldaten aus Syrien leiten.

Türkei  begrüßt Abzug aus Syrien

Anders als bei vielen westlichen Verbündeten ist Trumps Truppenabzugs-Ankündigung in der Türkei begrüßt worden. Ankara bekommt durch einen Abzug der US-Soldaten freie Hand im Kampf gegen kurdische Rebellen in Syrien. Die US-Armee hatte im Kampf gegen den IS mit kurdischen Milizen zusammengearbeitet.

Am Sonntag besprachen Trump und Erdogan den US-Rückzug in einem Telefonat. Nach Angaben des türkischen Präsidialamtes vereinbarten beide Präsidenten dabei "eine Koordinierung zwischen dem Militär, Diplomaten und anderen Regierungsvertretern ihrer Länder sicherzustellen, um ein Machtvakuum zu verhindern".

"Mann, der das kann"

Erdogan hat nach Angaben von Trump zugesichert, den IS in Syrien vollständig zu besiegen. Erdogan habe ihn darüber informiert, dass er "ausrotten wird, was auch immer von ISIS in Syrien übriggeblieben ist ", schrieb Trump auf Twitter. Erdogan sei "ein Mann, der das kann"; außerdem grenze die Türkei an Syrien an.