Washington. (dpa/reu) Die Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten haben sich auch in der Weihnachtswoche fortgesetzt. "Der Markt ist besorgt über das, was in Washington passiert", sagte Vinay Pande, Experte bei UBS Global Wealth Management. "Angesichts der großen Korrektur am Markt herrscht offenbar Unordnung und Uneinigkeit und die Leute sprechen nicht mit einer Stimme, was jeden hier verunsichert."

Der Dow hat damit innerhalb von drei Monaten gut 17 Prozent verloren, die Nasdaq in dieser Zeit 22 Prozent und der breiter gefasste US-Leitindex S&P 500 etwa 20 Prozent. Analysten befürchten, dass der Dezember dieses Jahres an der Wall Street der schlechteste Börsenmonat seit Anfang der 1930er Jahre werden könnte.

Dow Jones Industrial sackt ab

Erst am Montag sackte der Dow Jones Industrial unter 22.000 Punkte und verlor zum Schluss des verkürzten Handelstages knapp drei Prozent auf 21.792,60 Zähler. Es war ein für Heiligabend ungewöhnlich schwankungs- und volumenreiches Geschäft.

Hintergrund sind Sorgen vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft auch wegen des Handelsstreits USA-China, der erneuten Kritik von US-Präsident Donald Trump an Notenbankchef Jerome Powell sowie der Stillstand der Arbeit einiger US-Behörden wegen des Streits über die von Trump gewollte Mauer zu Mexiko.

In Tokio - der einzigen großen internationalen Börse, die am Weihnachtsfeiertag regulär handelt - verlor der Nikkei-Index am Dienstag fünf Prozent und landete bei 19,155.74 Punkten - das ist der tiefste Stand seit dem Frühjahr 2017.

Am Mittwoch ging es zunächst steil bergauf, dann drehte der Index ins Minus und schloss letztlich 0,9 Prozent fester. Auch in den USA ging es zunächst ein klein wenig nach oben. Allerdings schmolz das Plus gleich wieder dahin. "Ein Drittel der Verkäufe wird von Panik ausgelöst, ein weiteres Drittel durch Verlustbegrenzungen und das verbliebene Drittel durch Spekulanten, die versuchen, aus der Marktschwäche Profit zu ziehen", sagte Takashi Hiroki, Chefstratege bei Monex Securities in Tokio. Der deutsche Markt konnte auf die Entwicklungen zunächst nicht reagieren. Letzter Handelstag beim Dax - ebenso wie beim österreichischen ATX - war wegen der Feiertage der Freitag. Für den Handelsstart am Donnerstag wurden aber deutliche Abschläge erwartet.

"Markt preist Rezession ein"