Moskau. Nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien wollen Russland und die Türkei ihren künftigen Einsatz in dem Bürgerkriegsland abstimmen. In dem "neuen Kontext" würden die russische und die türkische Armee "ihre Aktionen weiterhin koordinieren", sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Samstag nach Gesprächen mit einer türkischen Delegation in Moskau.

Ziel sei es, "die terroristische Bedrohung in Syrien auszulöschen", betonte Lawrow.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den vollständigen Abzug der US-Armee aus Syrien angekündigt und erklärt, die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sei besiegt. Die überraschende Ankündigung stieß nicht nur bei den Verbündeten Washingtons im Kampf gegen den IS auf Unverständnis, sondern löste auch in den USA scharfe Kritik aus.

Die US-Soldaten hatten die kurdischen YPG-Kämpfer gegen die Islamisten unterstützt. Die türkische Regierung bezeichnet die Kurden-Miliz als Terrorgruppe und Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Machthabers Bashar al-Assad. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will gegen kurdische Milizen im Norden Syriens vorgehen.

Russland und die Türkei teilten das Ziel, "terroristische Organisationen" aus Syrien zu vertreiben, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge nach einem Treffen mit russischen Regierungsvertretern in Moskau. Die Türkei werde zudem an ihrer Kooperation mit dem Iran festhalten.