Washington. Mitten im Streit um den US-Shutdown, der 800.00 Beamte ohne Bezahlung lässt, wollen die US-Demokraten nun die Finanzen von US-Präsident Donald Trump genau unter die Lupe nehmen: So haben sie bei der Deutschen Bank Auskunft über die Geschäfte mit Trump verlangt. Ein Sprecher des Instituts bestätigte am Donnerstag, dass der Bank eine offizielle Anfrage von zwei wichtigen Gremien, dem Finanzausschuss und dem Geheimdienstkomitee, zugegangen sei. Die Deutsche Bank hatte Trump vor seiner Präsidentschaft hohe Kredite gewährt und steht deshalb im Zentrum des Interesses. Bisher hat sie derartige Auskünfte aber verweigert.

Zuvor haben die Demokraten einen Etappensieg errungen. Trump kündigte an, seine Rede zur Lage der Nation erst nach dem Shutdown zu halten. Es war eine der wenigen Situationen, in denen der US-Präsident nachgegeben hat.

Die Rede sollte am Dienstagabend im Sitzungssaal des Repräsentantenhauses vor den Abgeordneten und Senatoren stattfinden. Oppositionsführerin Nancy Pelosi hatte Trump aber in ihrer Eigenschaft als Parlamentspräsidentin aus dem Kongress ausgeladen. Trump erwog zunächst, die Rede an einem anderen Ort zu halten. Schließlich räumte er aber ein, dass es keinen Ort gibt, "der es mit der Geschichte, Tradition und Bedeutung des Repräsentantenhauses aufnehmen kann". Er habe sich daher für eine Verschiebung entschlossen.

Fliegen wird zu Risiko

Pelosi hatte Trump am Mittwoch davon in Kenntnis gesetzt, dass das Repräsentantenhaus vor dem Ende des Shutdown nicht über eine Resolution abstimmen werde, die dem Präsidenten den Redeauftritt erlaube. Ohne die formelle Einladung durch die Kammervorsitzende kann Trump nicht vor dem Kongress sprechen.

Der Budgetstreit zwischen Trump und den Demokraten hat zum längsten Shutdown in der US-Geschichte geführt, der schon mehr als ein Monat andauert. In dem Konflikt geht es um eine von Trump geforderte Summe von 5,7 Milliarden Dollar für einer Mauer a der Grenze zu Mexiko, die ihm die Demokraten verweigern. Die Auswirkungen des Shutdowns werden immer dramatischer: So haben die Gewerkschaften des US-Flugpersonals nun gewarnt, dass aufgrund des Personalmangels an Flughäfen das derzeitige Sicherheitsrisiko "beispiellos" sei.

Führende Demokraten im Repräsentantenhaus bereiteten indes einen neuen Kompromissvorschlag vor, um den Shutdown zu beenden. Demnach soll Trump die verlangten Mittel für die Sicherheit an der Grenze zu Mexiko erhalten. Das Geld solle aber nicht für den Bau einer Mauer bereitgestellt werden, sondern für Grenzschutztechnologie wie Drohnen und mehr Grenzpatrouillen.