Caracas/Bogota/Washington. Die Regierung in Bogotá hat keine Erklärung für einen Vermerk auf dem Notizblock des US-Sicherheitsberaters John Bolton, der eine Truppenverlegung nach Kolumbien andeutet. "Die Bedeutung und der Grund des besagten Vermerks ist uns nicht bekannt", sagte der kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo in einer auf Twitter verbreiteten Mitteilung.

Kolumbien habe sich mit den anderen Ländern der Lima-Gruppe zu der Lage im Nachbarland Venezuela positioniert, heißt es darin. Diese Gruppe habe den Interimspräsidenten Juan Guaidó anerkannt, damit dieser einen Prozess einleiten könne, um die institutionelle und demokratische Ordnung in dem Land wiederherzustellen.

Kolumbien für Wahlen in Venezuela

Kolumbien werde sich weiterhin mit politischen und diplomatischen Mitteln dafür einsetzen, Wahlen in Venezuela zu ermöglichen, erklärte der Außenminister. Zudem werde Bogotá weiter mit den USA über alle Themen von gemeinsamem Interesse reden und mit der "befreundeten Nation" zusammenarbeiten.

Spekulationen über einen US-Militäreinsatz in Venezuela hatten zuvor durch den Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump neue Nahrung erhalten. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Montag war auf Boltons Notizblock der handschriftliche Vermerk "5000 Soldaten nach Kolumbien" deutlich für Medienvertreter zu sehen gewesen. Es wurde spekuliert, Washington könne Truppen nach Kolumbien verlegen, um eine Intervention in Venezuela vorzubereiten, wo ein offener Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und dem selbsternannten Interimspräsidenten Guaidó tobt.