Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den 24. April zum Gedenktag für die Opfer des Völkermords an den Armeniern erklärt. Die Türkei, die den Genozid in den Jahren 1915 und 1916 entgegen der vorhandenen Beweise leugnet, hat das heftig kritisiert.

Macron informierte Vertreter der armenischen Gemeinde in Frankreich über das Vorhaben mit der Aussage "Frankreich schaut der Geschichte ins Gesicht". Sein Land hat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 2001 offiziell als Völkermord eingestuft. Weitere europäische Länder wie Schweden (2010), Österreich (2015), Deutschland (2016) und die Niederlande (2018) folgten. Am 24. April wird bereits in Armenien an den Völkermord erinnert.

Macron erklärte, er habe den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Vorfeld über diesen Schritt informiert. Die Türkei, die die Einstufung der Massaker an bis zu 1,5 Millionen Armeniern als Völkermord kategorisch ablehnt, lehnte das Gedenken dennoch scharf ab. Ibrahim Kalin, der Sprecher Erdogans sagte: "Die Behauptung eines sogenannten Genozids ist eine politische Lüge ohne rechtliche Grundlage, die historischen Tatsachen widerspricht."

Während des Ersten Weltkrieges waren Armenier systematisch verfolgt worden. Schätzungen zufolge kamen 1915/1916 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Die südkaukasusische Republik Armenien fordert seit langem von der Türkei, die Gräueltaten als Genozid anzuerkennen.