Washington. Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, will den US-Präsidenten bei seiner Aussage vor dem Kongress als Betrüger bezeichnen und Belege für seine Vorwürfe liefern. Das geht aus Cohens vorbereiteter Eingangserklärung hervor, die vom US-Portal Politico.com in der Nacht auf Mittwoch veröffentlicht wurde.

Demnach will Cohen über Trump sagen: "Er ist ein Rassist. Er ist ein Hochstapler. Er ist ein Betrüger." In Cohens Statement heißt es zudem, Trump habe im Voraus von der Veröffentlichung gehackter E-Mails der Demokraten durch Wikileaks im Wahlkampf 2016 gewusst, was dieser immer abgestritten hat. So habe der Trump-Berater Roger Stone dem jetzigen Präsidenten von einem Telefonat mit Wikileaks-Gründer Julian Assange berichtet. Dieser habe eine Veröffentlichung von Emails zum Schaden von Clinton angekündigt.


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Trump bezichtigte seinen früheren Anwalt am Mittwoch, die Unwahrheit zu sagen. "Er lügt, um seine Gefängniszeit zu verringern", schrieb der Präsident auf Twitter. "Michael Cohen war einer von vielen Anwälten, die mich vertreten haben (leider)." Trump hält sich derzeit für ein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machtaber Kim Jong-un in Hanoi auf.

Hat sich Trump gedrückt?

Cohen nennt es in dem Statement "ironisch", dass Trump während seiner Aussage vor dem Kongress ausgerechnet in Vietnam sei. Cohen vermittelt in seinem Statement den Eindruck, dass Trump sich während des Vietnam-Krieges vor dem Militärdienst gedrückt haben könnte.

Die USA unterstützten Südvietnam während des Vietnamkrieges militärisch. Ab März 1965 entsandte die US-Regierung immer mehr Bodentruppen. 1973 schlossen die USA einen Waffenstillstand mit Nordvietnam.

Trump soll während des Vietnam-Kriegs wegen eines Fersensporns ausgemustert worden sein, also wegen eines schmerzhaften Auswuchses am Fußknochen. In Cohens Statement heißt es nun, Trump habe ihn im Wahlkampf 2016 damit beauftragt, sich um die schlechte Berichterstattung in den Medien wegen seiner Ausmusterung zu kümmern. Trump habe ihm auf seine Bitten hin aber keine Belege für einen Fersensporn vorgelegt. Er habe ihm stattdessen gesagt: "Denkst Du, ich bin blöd, ich wäre doch nicht nach Vietnam gegangen."

Zentrale Figur in mehreren Affären