Die Vereinigten Staaten hätten angekündigt, sie würden den Vertrag nicht ratifizieren, so Hoffmann. Die fehlende politische Unterstützung der USA sei ein Problem, wenn es darum gehe, andere Staaten von der Wichtigkeit der Ratifizierung des Vertrages zu überzeugen. Washington sei allerdings am Überwachungssystem interessiert und hätte in diesem Jahr bereits seinen Mitgliedsbeitrag, der 22 Prozent des Budgets ausmache, bezahlt. Auf die Frage, welche die Rolle der CTBTO bei der geplanten Errichtung des US-Nuklearschildes NMD sei, erklärte Hoffmann: "Es ist nicht meine Aufgabe, die USA zu warnen." Die CTBTO sei keine politische, sondern eine technische Organisation in einer politischen Umgebung.

Die CTBTO habe jedoch auch Erfolge zu verzeichnen, sagte Hoffmann. Bereits 165 Staaten hätten den Vertrag unterzeichnet und 90 Staaten ratifiziert. Jeder andere Vertrag wäre in solch einem Fall bereits in Kraft. Doch den CTBT müssten 44 so genannte nuklearfähige Staaten ratifizieren, damit er in Kraft trete. Die Zahlungsmoral der Mitgliedsstaaten sei zudem "sehr gut". Hoffmann wertete es als Erfolg, dass nur 20 Prozent der Beiträge für die Verwaltung und nahezu 80 Prozent für den Aufbau des Kontrollsystems aufgewendet würden. Derzeit würden ein Drittel der geplanten 321 Überwachungsstationen Daten liefern, das System werde 2007 voll im Einsatz sein, so Hoffmann. Im Vorjahr seien große Fortschritte erzielt worden. So würde die Weltkarte der CTBTO von 2001, auf denen die Überwachungsstationen lokalisiert seien, im Gegensatz zu 2000 nahezu keine weißen Flecken mehr aufweisen. Die CTBTO werde in der Zukunft voraussichtlich die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft verstärken, so Hoffmann.