Washington. Die USA ziehen ihr komplettes diplomatisches Personal aus Venezuela ab. Dies gab US-Außenminister Mike Pompeo am späten Montagabend (Ortszeit) in Washington bekannt. Die Anwesenheit von US-Diplomaten schränke nämlich die amerikanische Politik in Venezuela ein, hieß es zur Begründung. Washington unterstützt den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido.

Bereits im Jänner hatten die USA den Abzug aller nicht dringend benötigten Diplomaten aus dem südamerikanischen Land beschlossen. Der nunmehrige Komplettabzug führt zu Spekulationen, dass Washington direkt in den Machtkampf zwischen Guaido und Präsident Nicolas Maduro eingreifen könnte.

USA beschuldigen Kuba und Russland

Außerdem hat Pompeo Russland und Kuba am vorgeworfen, mit ihrer Unterstützung für Venezuelas umstrittenen Präsidenten Nicolas Maduro die Krise in dem südamerikanischen Land verursacht zu haben. Das von der Opposition beherrschte, aber weitgehend entmachtete Parlament rief wegen des seit Donnerstag anhaltenden landesweiten Stromausfalls den Alarmzustand aus.

Wegen des Blackouts, der die ohnehin schlechte Versorgungslage in dem Land weiter verschärft, sollen auch am Dienstag Schulen und Betriebe geschlossen bleiben.

Venezuelas selbsternannter Übergangsstaatschef Juan Guaidó hat für Dienstag zu Massendemonstrationen aus Protest gegen die landesweite Strompanne aufgerufen. Um 15.00 Uhr (Ortszeit, 20.00 Uhr MEZ) solle ganz Venezuela auf der Straße sein, sagte Guaidó am Montag vor der von der Opposition beherrschten Nationalversammlung, deren Vorsitzender er ist. (APA/AFP/Reuters)