Was auch mit internationalen Entwicklungen zu tun hat: Gesponsert wurde der Salafismus vor allem durch Gelder aus Saudi-Arabien. Und diese begannen ab den 1980er Jahren stark zu fließen. "Saudi-Arabien sah sich durch die Islamische Revolution im Iran 1979 herausgefordert", sagt Hasan. "Mit ihren Geldern unterstrichen die Saudis, dass sie den Führungsanspruch in der islamischen Welt stellen." Als dann in den Nuller-Jahren die Saat der radikalen Prediger immer mehr aufging, kam 2001 der 11. September. Danach reduzierten sich laut Hasan die saudischen Gelder. "Saudi-Arabien wollte offenbar nicht mehr so sehr als Sponsor des Fundamentalismus gelten."

Heute würden sich die Salafisten in drei Gruppen teilen: Das sind erstens diejenigen, die missionieren, sich aber politisch nicht engagieren. Die zweite Gruppe sind die gewalttätigen Dschihadisten. "Sie werden vom Staat stark überwacht", sagt Hasan. Die dritte Gruppierung versucht, ihre Ziele über die Politik zu erreichen, ihre Vertreter haben sich in der "Partei für Gerechtigkeit und Wohlstand" versammelt. Diese erhielt bei den vergangenen Wahlen so um die sieben Prozent. "Sie war aber in Skandale, etwa wegen Korruption verwickelt und hat an Glaubwürdigkeit verloren."

Doch auch wenn der Salafismus zurückgeht, habe Indonesien mit einem "Narrativ der Intoleranz" zu kämpfen, berichtet Hasan. Viele Indonesier möchten nicht neben Nachbarn leben, die eine andere Religion hätten. Dies liege nicht zuletzt daran, "dass Verschwörungstheorien verbreitet werden".

Diese Intoleranz wird auch immer wieder von Politikern verschiedener Parteien instrumentalisiert. In den kommenden Tagen könnte das besonders oft der Fall sein. In rund einem Monat sind in Indonesien Wahlen.