Washington. US-Präsident Donald Trump empfängt am Montag den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu im Weißen Haus. Das Treffen steht unter besonderer Beobachtung, weil Trump in der vergangenen Woche angekündigt hatte, die Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet anzuerkennen. Nach Angaben von Israels Außenminister Israel Katz will Trump dazu am Montag ein Dekret unterschreiben.

Vom Weißen Haus gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Trumps Ankündigung zu den Golanhöhen wurde in der vergangenen Woche von Israel begeistert aufgenommen, jedoch insbesondere von arabischer Seite sowie von der Türkei und Russland kritisiert. Syrien wertete Trumps Vorstoß als verantwortungslos. Israel hatte die Golanhöhen, ein strategisch wichtiges Felsplateau oberhalb des Sees Genezareth, 1967 erobert und 1981 annektiert. Das wurde international aber nicht anerkannt. Nach internationalem Recht gelten die Gebiete als von Israel besetztes Territorium Syriens.

Netanyahu hatte geplant, sich insgesamt vier Tage lang in den USA aufzuhalten. Nach einem Raketenangriff auf ein Haus nordöstlich von Tel Aviv will Israels Premier aber seine US-Reise verkürzen. "Es gab hier einen bösartigen Angriff auf den Staat Israel, und wir werden mit Nachdruck reagieren", sagte Netanyahu am Montag nach Angaben seines Büros. "Angesichts der sicherheitspolitischen Vorfälle habe ich beschlossen, meinen Besuch in den USA zu verkürzen." Er wolle direkt nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückreisen, "um unsere Aktionen aus der Nähe zu leiten", so Netanyahu.

Türkei will UN im Streit über Golanhöhen einschalten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will im Streit über die Zugehörigkeit der Golan-Höhen die UN einschalten. Die Erklärung von US-Präsident Donald Trump, diese gehörten zu Israel, sei ein Wahlkampfgeschenk an dessen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, sagte Erdogan am Sonntag dem Sender TGRT Haber. Am Freitag hatte Erdogan erklärt, es könne nicht zugelassen werden, dass die Besetzung der Höhen für rechtmäßig erklärt werde.

Die Parlamentswahlt in Israel, also die Wahl zur Knesset, findet am kommenden 9. April statt. (apa, dpa, reuters)