Jerusalem. Nach dem Raketenangriff in Mishmeret nördlich von Tel Aviv mit sieben Verletzten hat Israel am Montag Vergeltungsangriffe im Gazastreifen geflogen. Die israelische Armee erklärte, die Angriffe auf "Hamas-Terror-Ziele" hätten begonnen.

Israelische Hubschrauber hätten eine Einrichtung des militärischen Arms der radikalislamischen Palästinenserorganisation im Westen des Gazastreifens mindestens drei Mal angegriffen, berichteten Augenzeugen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einem Besuch in Washington, sein Land reagiere mit "Stärke" auf den Raketenangriff, den er der Hamas zuschrieb. "Wir werden tun, was nötig ist, unser Volk und unseren Staat zu verteidigen", sagte er bei einer Pressekonferenz an der Seite von US-Präsident Donald Trump. Beobachtern zufolge will Netanjahu einen neuen Gaza-Krieg vor den israelischen Parlamentswahlen am 9. April allerdings vermeiden.

Die israelischen Vergeltungsangriffe galten dem militärischen Arm der radikalislamischen Hamas. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden mehrere Orte in dem Küstengebiet beschossen. Dabei wurde unter anderem ein Gebäude in Gaza zerstört, das als Zentrale für den Geheimdienst der Hamas gedient haben soll. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Für die die Eskalation auslösende Rakete aus dem Gazastreifen vom Montagmorgen macht Israel die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas verantwortlich. Mishmeret liegt rund 20 Kilometer nördlich von Tel Aviv und rund 100 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Militante Palästinenser feuern häufig Raketen auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass ein Geschoss so weit entfernt von dem Küstenstreifen einschlägt.

Die Palästinenserorganisation wies die Anschuldigungen des Raketenabschusses zurück. "Niemand von den Widerstandsbewegungen, die Hamas eingeschlossen, hat ein Interesse daran, Raketen aus dem Gazastreifen auf den Feind abzufeuern", sagte ein Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Hamas habe kein Interesse an einer Konfrontation mit Israel. Hamas-Anführer Ismail Hanija warnte Israel allerdings davor, "rote Linien" zu überschreiten. Ein Sprecher der Hamas, Fausi Barhum, verkündete am Montagabend einseitig eine Waffenruhe. Ägypten habe die Rückkehr zu einer entsprechenden Vereinbarung vermittelt. Diese solle sofort in Kraft treten. Von israelischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Militante Palästinenser feuerten noch am Abend zahlreiche Raketen ins israelische Grenzgebiet. In mehreren Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens heulten die Alarmsirenen, wie Israels Armee mitteilte. In der Grenzstadt Sderot wurde nach Medienberichten ein Haus direkt getroffen. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

Erst am 14. März waren zwei Raketen vom Gazastreifen in Richtung Tel Aviv abgefeuert worden. Opfer oder Schäden gab es nicht. Israel reagierte darauf und auf weitere Raketenangriffe nach eigenen Angaben mit der Bombardierung von rund hundert Hamas-Stellungen im Gazastreifen.