Peking/Paris. (reu/wak) Angesichts der Tatsache, dass in Washington unter Donald Trump alte Abkommen nichts mehr gelten, ist es nur logisch, dass sich der Rest der Welt einander Trost spendet. Und so pochten am Mittwoch bei einem Treffen in Paris Chinas Präsident Xi Jinping, Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf ein gemeinsames Vorgehen von zwei der drei größten Wirtschaftsräume der Welt.

"Die internationalen Reibungen nehmen derzeit sehr stark zu", formulierte es Xi, der eine weitere Marktöffnung seines Landes versprach. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte mit Blick auf den EU-China-Gipfel am 9. April, dass er auf das Investitionsschutzabkommen und gleichberechtigte Marktzugänge für europäische Firmen hoffe.

Das Vierertreffen war auf Initiative von Macron zustande gekommen. Sowohl der französische Präsident als auch Merkel betonten, dass China eben nicht nur Partner, sondern auch Konkurrent mit anderen Vorstellungen etwa bei Menschenrechten sei.

Das gemeinsame Auftreten von Macron, Merkel und Juncker sollte aber auch zeigen, dass die EU künftig geschlossen gegenüber Peking auftreten will. Xi hatte zuvor bilaterale Besuche in Italien und Frankreich absolviert. Italien beteiligt sich als erster der sieben führenden Industriestaaten (G7) an dem von China vorangetriebenen Infrastruktur- und Handelsprojekt "Neue Seidenstraße", das aber wiederum Kritik aus Deutschland laut werden ließ.

Das Trommeln der Geschlossenheit

China wird immer wieder vorgeworfen, mit seiner Investitionspolitik die europäischen Staaten spalten zu wollen. Andere führen ein gewisses Unbehagen ins Treffen, wenn China in Europa Häfen und Straßen ausbaut. Schon allein, weil Europa nicht Ähnliches in China zu bieten hat. Und die Seidenstraße, sie soll zwar laut Lippenbekenntnissen in beide Richtungen Produkte liefern, doch da nagt so mancher Zweifel.

Zweifel, der allerdings gern mit Geld aufgewogen wird. Allein am Montag wurden in Paris Wirtschaftsverträge im Volumen von insgesamt 40 Milliarden Euro besiegelt. Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus bekam Aufträge in Höhe von rund 30 Milliarden Euro. Dies galt auch als chinesisches Signal an die USA, die Strafzölle gegen China und Europa verhängt hatten.

Macron, Merkel und Xi verständigten sich nun nicht nur darauf, die bilateralen Beziehungen zu intensivieren. Es gebe auch das Verständnis, dass man an einer multilateralen Zusammenarbeit festhalten müsse. Dazu gehören Reformen des UN-Sicherheitsrates, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Welthandelsorganisation (WTO), der Weltbank, die Umsetzung des Klimaschutzabkommens sowie eine engere Zusammenarbeit auf G20-Ebene. "Es gibt keinen Multilateralismus ohne die USA", warnte Merkel aber zugleich. Xi erklärte, das Ziel müsse sein, dass alle beteiligten Seiten profitierten.