"Ich liebe Prinzessin Gloria", sagt Harnwell und lobt ihren Einsatz für das traditionalistische Milieu in Rom, wo Thurn und Taxis eine Wohnung besitzt. Man tausche regelmäßig SMS und E-Mails aus. Die Regensburgerin sei ein Vorbild, "ehrlich und integer", das sehe auch Steven Bannon so. Bei einer Ortsbegehung in Trisulti wurde die Prinzessin gefragt, ob sie sich an der Finanzierung der Populisten-Akademie beteiligen wolle, lehnte aber ab. "Großartige Idee, aber man muss klein anfangen", so zitierte die "New York Times" ihre Reaktion. Thurn und Taxis scheint eher von Harnwells eklatantem Pietismus als von Bannons Weltveränderungsplänen überzeugt zu sein. Der dreimal verheiratete Amerikaner ist ihr offenbar ein bisschen zu wenig fromm, ganz im Gegenteil zu Harnwell.

Der kniet bei jeder Durchquerung der Klosterkirche tief nieder, feiert täglich die Messe und will in der Kartause auch eine zwölfköpfige Laiengemeinschaft etablieren, deren Mitglieder, Männer und Frauen, schon feststehen und ein mönchisches Leben mit strengen Gebetszyklen befolgen. "Das Leben hier oben hat eine andere Geschwindigkeit", sagt Harnwell, der in Trisulti auch spirituelle Seminare abhalten und die alte Klosterdestillerie wieder in Betrieb nehmen möchte. Die Mönche erfanden hier oben den in Italien beliebten Anis-Likör Sambuca. Auch die Kräuterkunde-Tradition Trisultis will Harnwell wieder beleben. An Ideen fehlt es ihm nicht.

Doch bisher ist hier oben von alldem nichts zu sehen. Einzig ein bedruckter Pappkarton am Eingangstor zeugt von der Schirmherrschaft des Dignitatis Humanae Institutes, das nun fünf Euro Eintritt für den Besuch der Kartause verlangt, während der Eintritt zuvor frei war. 50.000 Menschen besuchten die Kartause im Jahr, inzwischen sollen es weniger geworden sein. "Es wird Zeit, dass in Trisulti etwas geschieht", sagt Mauro Bussiglieri, der Bürgermeister von Collepardo, dem Dorf, auf dessen Gebiet das Kloster liegt. Im Dorf hat man eigentlich nichts gegen die Rechtspopulisten-Akademie im Kloster, Hauptsache das Geschäft ist belebt. Doch es gibt auch Widerstand. Zwei Demonstrationszüge führten zuletzt nach Trisulti, angeführt von der italienischen Linken, kritisierten die Demonstranten das Projekt. Es stimme schon, liebe deine Feinde, habe Jesus Christus gesagt, meint Benjamin Harnwell. "Aber ich tue mich wirklich schwer damit, diese Sozialisten nicht zu verachten."