New York. Der Bundespräsident reist für den Klimaschutz zum UNO-Hauptquartier. "Es braucht mehr Mut im Kampf gegen die Klimakrise. Dafür werde ich diese Woche in New York in Gesprächen mit anderen Staatsoberhäuptern und hochrangigen UN-Vertretern werben", sagte Van der Bellen vor seiner Abreise.

Er landete am Dienstagnachmittag (Ortszeit) auf dem John F. Kennedy Flughafen in New York. Am Donnerstag wird er bei einer hochrangigen UN-Klimaschutzkonferenz vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sprechen. Dabei will der Bundespräsident den Diplomaten auch mit den Worten junger Österreicher ins Gewissen reden. In seiner Rede will Van der Bellen aus einem Brief der "Fridays For Future" zitieren. Angeführt von der 16-jährigen schwedischen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg streiken mittlerweile jeden Freitag weltweite Hundertausende Schüler den Unterricht, um für einen verbesserten Klimaschutz zu demonstrieren.

"Zukunft in die Hand nehmen"

Unter dem Motto "Die Zukunft in die Hand nehmen", nahmen am 15. März in Wien über 10.000, in ganz Österreich mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler an den Protesten teil. Van der Bellen hatte die jungen Organisatoren daraufhin in der Wiener Hofburg zu einem Gespräch empfangen und sie aufgefordert, ihm einen Brief für die UNO-Generalversammlung mitzugeben.

Das Treffen im UNO-Hauptquartier am East River gilt als wichtiger Schritt zur konkreten Umsetzung des historischen Pariser Klimaübereinkommens von 2015 und soll den großen UNO-Klimagipfel im September in New York vorbereiten. Das Jahr 2019 gilt als entscheidendes Jahr für den Klimaschutz. Die internationale Staatengemeinschaft ist dazu aufgerufen, bis Jahresende ihre Klimaziele nachzuschärfen.

"Die Erderhitzung gefährdet Wohlstand und Frieden. Auf dem ganzen Planeten spüren wir bereits die Auswirkungen der Erderhitzung, auch in Österreich: Ernteausfälle, Unwetterkatastrophen, schwere Schäden in der Forstwirtschaft, Tropennächte in den Städten und schmelzende Gletscher sind Vorboten von weitaus dramatischeren Auswirkungen, die noch kommen, wenn wir nichts tun. Wir sind wahrscheinlich die letzte Generation, in deren Händen es liegt, die schlimmsten Auswirkungen der Klimaerhitzung zu verhindern", sagte Van der Bellen vor seiner Abreise nach New York.

"Climate Kirtag"

Am Mittwoch wird er dort UN-Generalsekretär António Guterres zu einem Gespräch über den Klimaschutz treffen. Außerdem wird sich Van der Bellen mit Michael Bloomberg, dem ehemaligen Bürgermeister von New York, treffen. Obwohl US-Präsident Donald Trump (Republikaner) aus dem UN-Klimavertrag von Paris ausgestiegen ist, machen viele aktive und ehemalige Politiker wie Milliardär Bloomberg und Kaliforniens ehemaliger Gouverneur Arnold Schwarzenegger sich auch in den USA für einen ambitionierten Klimaschutz stark.