Caracas. Die US-Regierung kritisiert die Militärkooperation des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro mit Moskau zunehmend vehement und droht Russland mit Sanktionen. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, verurteilte am Freitag die militärische Unterstützung Russlands für Maduro und warnte andere Staaten davor, militärische Kräfte oder Ausrüstung zu schicken.

"Wir werden solche Akte der Provokation als direkte Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit in der Region auffassen", mahnte Bolton. Der US-Sonderbeauftragte für Venezuela, Elliott Abrams, sagte, die USA hätten eine ganze Reihe von Optionen, um gegen Russlands Engagement in Venezuela vorzugehen. Dazu gehörten auch mögliche Sanktionen. Russland gab sich unbeeindruckt.

Russische Maschinen landen in Venezuela

Im innenpolitischen Machtkampf in Caracas unterstützt Russland Maduro. Dagegen steht Washington, wie Dutzende andere Staaten, auf der Seite des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó.

Am vergangenen Wochenende waren zwei russische Maschinen mit 99 Soldaten in Venezuela gelandet - was die Amerikaner als Provokation betrachten. Es gibt auch auf anderen Ebenen eine militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Caracas. Venezuela gilt als größter Abnehmer russischer Waffen in Lateinamerika.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte die US-Regierung Russlands Beistand für Maduro und die Entsendung von militärischen Kräften und Ausrüstung in das Land scharf kritisiert und zunächst noch vage mit Konsequenzen gedroht. Aus dem US-Außenministerium hieß es am Montag, man werde nicht untätig zusehen, wie Russland Spannungen in Venezuela verschärfe. Am Mittwoch forderte auch Trump selbst Russland auf, sich aus Venezuela zurückzuziehen. "Russland muss raus", sagte er.

Die USA legen nach

Am Freitag legte das Weiße Haus nach. Die US-Administration verurteile Maduros fortdauernden Gebrauch ausländischer militärischer Kräfte, um sich an der Macht zu halten, erklärte Bolton. Dazu gehöre die Einfuhr von militärischen Kräften und Ausrüstung aus Russland. Maduro nutze die militärische Unterstützung, um das venezolanische Volk weiter zu unterdrücken. Bolton warnte Akteure jenseits des amerikanischen Kontinents davor, Maduros Führung militärisch beizustehen. Solche provokativen Handlungen würden als Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit der Region verstanden.