Fehlende Härte? US-Politikerin Kirstjen Nielsen geht. - © afp
Fehlende Härte? US-Politikerin Kirstjen Nielsen geht. - © afp

Washington. US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen - sie ist das Gesicht der umstrittenen Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump - verlässt die Regierung. Trump gab am Sonntag per Twitter das Ausscheiden der 46-Jährigen aus dem Kabinett bekannt. Nielsen selbst veröffentlichte ein Rücktrittsschreiben, in dem sie erklärte, für sie sei der Zeitpunkt gekommen "Platz zu machen".

Nielsen wird abgelöst vom derzeitigen Chef der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde, Kevin McAleenan (47). Trump, der bereits eine Reihe von Ministern ausgetauscht hat, soll sich wiederholt unzufrieden über Nielsen gezeigt und ihr fehlende Härte vorgeworfen haben. So soll er Nielsen für einen Anstieg der Zahl der Grenzübertritte aus Mexiko verantwortlich gemacht haben. Am Sonntagabend dankte der US-Präsident dennoch seiner scheidenden Ministerin für ihre Arbeit.

Nielsen führte das Heimatschutzministerium seit eineinhalb Jahren. Sie spielte eine maßgebliche Rolle in der von Trump gewollten Verschärfung der Einwanderungspolitik. So setzte sie die umstrittene Trennung von Kindern illegaler Einwanderer von ihren Eltern durch, die im vergangenen Jahr für Empörung sorgte. Im Rahmen dieser sogenannten Null-Toleranz-Politik gegenüber Einwanderern, die die Grenze illegal übertreten, trennte die Regierung mehr als 2700 Kindern von ihren Eltern.

Streit um Trumps Mauer

Nielsen verteidigte dies als notwendige Maßnahme, da es Schlupflöcher in den Einwanderungsgesetzen gebe, an denen nur der Kongress etwas ändern könne. Nach massiver Kritik vollzog Trump eine Kehrtwende und ordnete per Dekret ein Ende der umstrittenen Praxis an. Daraufhin wurden Eltern und Kinder gemeinsam festgehalten. Die Demokraten reagierten alarmiert auf den Ministerwechsel - sie befürchten, dass der Präsident seinen Kurs weiter verschärfen könnte.