Ein Gutteil des entsprechenden Absatzes ist geschwärzt. Dabei seien laut Barr die von seinen Mitarbeitern, den Sonderermittlern sowie Mitgliedern der Geheimdienste gemachten Schwärzungen "begrenzt" - und zwar "im Sinne der größtmöglichen Transparenz".

Ein weiteres Beispiel für die Komplexität der Dinge aus dem zweiten Teil des Berichts, der sich mit der Frage auseinandersetzt, ob sich Trump der Behinderung der Justiz schuldig gemacht hat: "Die Bemühungen des Präsidenten, die Ermittlungen zu beeinflussen, waren großteils nicht erfolgreich, aber das liegt vor allem daran, dass sich die Leute um ihn herum weigerten, seine Befehle auszuführen oder seinen Anfragen nachzugeben."

So hatte Trump etwa Don McGahn, den im Herbst zurück getretenen Anwalt des Weißen Hauses, angewiesen, Mueller zu entlassen - und ihn dann später gedrängt, zu leugnen, dass er ihn je dazu gedrängt habe. Insgesamt werden in Muellers Report zehn Episoden wie diese oder ähnliche aufgelistet.

"Keine Entlastung"

Die genannten Beispiele können aber auch als pars pro toto für den gesamten Mueller-Bericht gelten, der vielleicht nirgendwo perfekter zusammen gefasst ist als in jenem Satz, den Justizminister Barr bereits in der Vorwoche zirkulieren ließ: "Wiewohl dieser Report nicht zum Schluss kommt, dass der Präsident ein Verbrechen begangen hat, entlastet er ihn auch nicht."

Entsprechend lag es am Ende nicht an Mueller, sondern an dem erst seit Februar im Amt befindlichen Barr, darüber zu entscheiden, ob gegen den Präsidenten Anklage erhoben wird oder nicht. Seine Antwort: Nein. Weil Barrs Pressekonferenz, die er anlässlich der Veröffentlichung des Reports einberufen hatte, aber zu einer Total-Verteidigung des Präsidenten geriet - der Justizminister räumte ein, dass er "mit Mueller nicht einer Meinung gewesen sei, was bestimmte rechtliche Theorien angehe" - konnte die Opposition mit Kritik indes kaum mehr an sich halten. Sie hielt dem Minister vor, Trump nicht wegen Anstiftung zum Lügen anzuklagen und verwies dabei auf das Treffen Donald Trump jr. mit einer russischen Anwältin sowie auf Sarah Huckabee-Sanders, die zugab, über die Begleiterscheinungen der Entlassung von Ex-FBI-Chef James Comey gelogen zu haben. Wenn also Barr keine rechtlichen Schritte unternehmen wolle, dann müsse eben der Kongress den Job erledigen - nicht zuletzt schlage Mueller diesen Weg in seinem Bericht selber vor.

Die redigierte Version des Mueller-Reports ist jetzt auf der Website des US-Justizministeriums ( www.justice.gov ) für alle zugänglich.