Colombo. Bei mutmaßlichen Terroranschlägen sind am Ostersonntag in Sri Lanka mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Regierungschef Ranil Wickremesinghe sprach von "feigen Angriffen".

Mindestens 45 Menschen wurden laut einem Polizeivertreter bei den Anschlägen auf drei Luxushotels und eine Kirche in Colombo getötet. Mindestens 67 weitere starben in einer Kirche des nahe von Colombo gelegenen Orts Negombo. 25 weitere wurden in einer Kirche in Batticaloa im Osten des Landes getötet. Die Explosionen erschütterten die drei Kirchen, während die Gläubigen die Ostermesse feierten. Die Krankenhäuser berichteten von hunderten Verletzten.

Zehn Tage zuvor hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen und auf das indische Hochkommissariat durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Er berief sich dabei auf Informationen eines "ausländischen Geheimdiensts".

Die deutsche Botschaft in Colombo riet dringend dazu, öffentliche Orte in Sri Lanka zu vermeiden. Die deutsche Bundesregierung reagierte tief betroffen. Der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, schrieb auf Twitter: "Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen." Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts in Berlin teilte mit, die Situation sei unübersichtlich. "Die Botschaft Colombo bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen sind. Wenn Sie vor Ort sind: Bleiben Sie den Anschlagsorten fern. Folgen Sie Anweisungen der Behörden."