Khartum. Die Opposition im Sudan will den Druck auf den regierenden Militärrat zur Machtübergabe erhöhen und plant einen riesigen Protestmarsch. Der an der Spitze der Proteste stehende Berufsverband SPA rief für heute, Donnerstag, zu einem Marsch mit einer Million Teilnehmern auf, wie SPA-Anführer Ahmed al-Rabia sagte.

Der Berufsverband erklärte in einer weiteren Mitteilung, mit dem Protestmarsch werde eine Zivilregierung für den afrikanischen Krisenstaat gefordert.

Die Demonstranten drohten zudem mit einer weiteren Eskalation der Spannungen, sollte die Armee ihren Forderungen nicht nachkommen. "Wir bereiten einen Generalstreik" vor, sagte ein weiterer Anführer der Proteste. Tausende Demonstranten blockieren seit Tagen die Zentrale der Armee in der sudanesischen Hauptstadt.

Der Militärrat regiert den Sudan übergangsweise seit dem Sturz des jahrzehntelang autoritär herrschenden Staatschefs Omar al-Baschir am 11. April. Die Protestbewegung fordert eine sofortige Übergabe der Macht an eine Zivilregierung. Am Wochenende waren Gespräche zwischen beiden Seiten vorerst ergebnislos abgebrochen worden.

Frist von drei Monaten

Während sich die USA am Dienstag hinter die Forderung der Demonstranten stellten, plädierten Staatschefs aus sieben afrikanischen Staaten bei einem Krisengipfel in Kairo für eine längere Frist von drei Monaten für den Machtwechsel. Bis dahin solle die sudanesische Armee "Maßnahmen" für einen friedlichen und demokratischen Übergang ergreifen, hieß es am Dienstag in der Gipfel-Erklärung. Die Afrikanische Union hatte zuvor eine Frist bis Ende April gesetzt und andernfalls mit einem Ausschluss des Sudan gedroht.

An der von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi ausgerichteten Zusammenkunft beteiligten sich die Staatschefs des Tschad, Dschibutis, Ruandas, des Kongos, Somalias und Südafrikas. Zu Beginn des Gipfels hatte al-Sisi, derzeit Vorsitzender der AU, vor "Chaos" im Sudan gewarnt und den Erhalt der staatlichen Institutionen angemahnt. Er rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf, betonte aber, dass die Lösungen für Krisen in Afrika auch "afrikanisch" sein müssten.

Unterdessen haben Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate dem Sudan Hilfen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar zugesagt. Man sei sich seiner "Pflicht gegenüber den Sudanesen" bewusst, hieß es.