Der US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" steuert den Iran an. - © afp
Der US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" steuert den Iran an. - © afp

Teheran/Brüssel/Washington. (red) Ein US-Flugzeugträger und Kampfjets nehmen Kurs auf den Iran, es gibt Drohungen aus Teheran und Berichte über Sabotageakte an saudischen Handelsschiffen: Der britische Außenminister Jeremy Hunt hat angesichts der wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran vor dem Ausbruch eines Krieges gewarnt. "Wir sind äußerst besorgt, dass es aus Versehen zu einem Konflikt kommen könnte - mit einer Eskalation, die von keiner Seite gewollt ist", so Hunt am Rande eines EU-Außenministertreffens. Der deutsche Außenminister Heiko Maas pflichtete dem bei.

Am Montag trafen sich die EU-Außenminister, um über ihre Haltung zum Iran-Streit zu reden. Prinzipiell will die EU an dem Atomdeal mit dem Iran festhalten - auch, weil die UNO mehrfach festgestellt hat, dass sich Teheran an die Auflagen hält. Zu dem Gespräch erschien auch US-Außenminister Mike Pompeo, der dann nach Russland weiterreist. Maas meinte, er habe in einer Unterredung mit Pompeo deutlich gemacht, dass man angesichts der Spannungen in der Region besorgt sei und nicht wolle, dass es zu einer militärischen Eskalation komme. Es sei gut, so Maas, dass Pompeo das Gespräch mit den Europäern suche.

Teilkündigung durch Iran

Der Iran hat zuletzt angekündigt, zum Teil aus dem internationalen Atomabkommen auszusteigen und unter Umständen sogar mit einer unbegrenzten Urananreicherung beginnen zu wollen. Die USA unter Präsident Donald Trump sind vor einem Jahr komplett aus dem Abkommen ausgestiegen. Für Washington ist der Iran ein staatlicher Topterrorist.

Mitte April haben die USA die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft. Teheran reagierte umgehend und erklärte alle im Nahen Osten stationierten US-Soldaten ebenfalls zu Terroristen.

Am Sonntag wies Irans Präsident Hassan Rouhani ein Gesprächsangebot von US-Präsident Trump zurück. "Kapitulation ist mit unserer Mentalität und Religion nicht vereinbar und wir werden daher in dieser Situation auch nicht kapitulieren", so der Iraner. Er hat aber die Tür nicht komplett geschlossen: Verhandlungen mit den USA sind künftig theoretisch möglich. Unabdingbare Bedingung sei aber, dass der US-Präsident zunächst den Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und die Sanktionen gegen Teheran zurücknehme, so Rouhani.

Trump hatte der iranischen Führung am Donnerstag vorgeschlagen, ihn anzurufen, um über den Konflikt zwischen beiden Ländern zu sprechen.

Zuletzt hat das Pentagon den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und eine Bomberstaffel Richtung Iran verlegt und das damit begründet, dass man Hinweise darauf habe, dass das Land Angriffe auf US-Truppen unternehmen könne. Zudem wurde die Verlegung der "USS Arlington" und eines Patriot-Systems in die Region angekündigt.