Rouhani räumte ein, der Iran sei derzeit in einer schwierigen Lage, er betonte aber zugleich, das Land werde Widerstand leisten und gemeinsam nach geeigneten Lösungen suchen. In Teheran spricht man von einem "Wirtschaftskrieg", den die USA gegen den Iran führten. Rouhani verglich die Lage zuletzt mit dem achtjährigen Krieg zwischen Iran und Irak (1980-88). Dieser Krieg hatte mit einem Angriff des Regimes von Saddam Hussein auf den Iran begonnen und hunderttausende Menschen das Leben gekostet. Der derzeitige "Krieg" sei aber noch kritischer: "Damals hatten wir nicht die Probleme mit unserem Ölexport und der Zusammenarbeit mit den internationalen Banken", so Rouhani.

Irans Wirtschaft leidet massiv unter den US-Sanktionen, die Inflation ist enorm und liegt bei rund 50 Prozent, die Erdölexporte sind eingebrochen. Der Handel mit dem Ausland liegt brach, weil für die meisten großen Firmen die USA der wichtigere Partner sind. Damit kommen Geschäfte mit dem Iran nicht in Frage. Dazu kommt, dass die internationalen Banken aus Angst vor US-Strafen iranische Handelsprojekte nicht finanzieren wollen. Berlin bemüht sich, einen legalen Kanal für den Handel mit der Islamischen Republik offenzuhalten.

Sabotageangriffe auf Tanker?

Unterdessen sorgen angebliche Sabotageangriffe auf saudische Öltanker vor der Küste der Arabischen Emirate für Kopfzerbrechen. Riad sprach von einem Versuch, weltweit die Sicherheit von Öl-Lieferungen zu gefährden. Die nicht näher bezeichneten Attacken hätten schwere Schäden an den Schiffen verursacht. Es habe aber keine Opfer gegeben und es sei kein Öl ausgelaufen. Einer der Tanker sollte mit saudischem Rohöl für US-Kunden beladen werden.

Die US-Seebehörde erklärte, die Ereignisse seien nicht bestätigt, und rief zugleich zur Vorsicht bei der Passage des Gebiets auf.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums nannte die Vorfälle "besorgniserregend und abscheulich" und forderte eine Untersuchung. Er warnte vor "Abenteurertum ausländischer Akteure": "Die Explosionen könnten von Saboteuren aus einem Drittstaat verübt worden sein, die Instabilität in der Region schüren wollen", so Heshmatollah Falahatpisheh, Vorsitzender des Nationalen Sicherheitskomitees des iranischen Parlaments.