Washington. In der US-Regierung werden einem Medienbericht zufolge mehrere militärische Optionen diskutiert für den Fall, dass der Iran amerikanische Streitkräfte angreifen oder die Arbeit an Atomwaffen vorantreiben sollte. Einer der möglichen Pläne sehe vor, 120.000 Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsvertreter.

Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe den Plan bei einem Treffen mit Spitzenberatern von Präsident Donald Trump am Dienstag vorgestellt. Das Präsidialamt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Pentagon wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Angst vor militärischer Auseinandersetzung steigt

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nahmen zuletzt zu. Deutschland zeigte sich sehr besorgt. Man wolle nicht, dass es zu einer militärischen Eskalation komme, sagte Außenminister Heiko Maas am Montag nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Brüssel. Unterdessen nährten Berichte über angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman Befürchtungen, dass sich die Lage weiter verschärfen könnte.

Auch US-Außenminister Mike Pompeo sagte in einem Interview mit dem US-Sender CNBC: "Krieg ist nicht unser Ziel." Vielmehr sei es die Absicht der USA, das Verhalten der iranischen Regierung zu ändern. Es müsse aber auch sichergestellt sein, dass Präsident Donald Trump Optionen habe, für den Fall, dass der Iran "eine schlechte Entscheidung" treffe. Die USA entsandten unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Region.

Der britische Außenamtschef Jeremy Hunt mahnte, es dürfe nicht versehentlich zu einem Konflikt kommen - "mit einer Eskalation, die von keiner Seite gewollt ist". Mit Blick auf den seit Monaten ungelösten Streit über das Atomabkommen mit dem Iran machte Maas deutlich, dass sich die EU dem Druck der USA nicht beugen wolle. "Wir sind uns in Europa einig, dass dieses Abkommen für unsere Sicherheit notwendig ist."

Ein Patriot-Raketensystem wie dieses im Bild  schickt das Pentagon in die Region, um dem US-Präsidenten Donald Trump "weitere Optionen" zu geben. - © APAweb / AFP, Bulen Kilic
Ein Patriot-Raketensystem wie dieses im Bild  schickt das Pentagon in die Region, um dem US-Präsidenten Donald Trump "weitere Optionen" zu geben. - © APAweb / AFP, Bulen Kilic

Trump: "Sie werden sehr leiden."

US-Präsident Donald Trump schlug im Weißen Haus drohende Töne an. An die Adresse des Führung in Teheran sagte er: "Es wird ein großes Problem sein, wenn etwas passiert. Sie werden keine glücklichen Menschen sein." Trump fügte hinzu: "Wenn sie etwas tun, werden sie sehr leiden." Worauf er sich konkret bezog, sagte er nicht.