Manila/Wien. In einem Radiointerview meinte Ronald dela Rosa einmal, dass er kein "kaltblütiger Killer" sei. Vielmehr gehe er, als gläubiger Katholik, beichten, wenn er einen Verbrecher erschießen habe müssen.

Der 57-Jährige hat eine steile Karriere hinter sich: Aufgewachsen in derart ärmlichen Verhältnissen, dass er für seine Mitschüler für ein Essen die Hausübungen machte, schaffte er es auf die Militärakademie und wurde später Polizist. In den 1980er Jahren begegnete er dann einem Mann, in dessen Windschatten sich auch sein Aufstieg vollziehen sollte: Rodrigo Duterte. Kaum war dieser 2016 Präsident der Philippinen geworden, machte er Dela Rosa zum Chef der nationalen Polizei.

Dela Rosa orchestrierte damit für seinen Präsidenten dessen berüchtigten Krieg gegen Drogen. Bei diesem hat die Polizei freie Hand, mit aller Brutalität gegen mutmaßliche Drogendealer und auch -abhängige vorzugehen - bis hin zu außergerichtlichen Tötungen. Wie viele Todesopfer dieses Vorgehen schon gekostet hat, darüber gehen die Zahlen auseinander und reichen von 5000 (Regierung) über 9000 (Menschenrechtsorganisationen) bis hin zu 20.000 (Oppositionspolitiker).

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Dela Rosa ist mittlerweile nicht mehr Polizist, sondern selbst Politiker. Und nun wurde er ersten Prognosen zufolge zum Senator gewählt.

Auf den Philippinen fanden nämlich Anfang dieser Woche Wahlen statt, rund 18.000 Posten wurden dabei besetzt, etwa Bürgermeister, Provinzgouverneure oder Senatoren. Der Urnengang galt als Stimmungstest für den Präsidenten.

Mittlerweile wurde in dem Staat mit den 7641 Inseln der Großteil der Stimmen ausgezählt, und die Teilergebnisse zeichnen ein klares Bild: Die Wahlen wurden zum Triumph für den gnadenlosen Staatschef mit der brachialen Rhetorik, der seine Kritiker auch gerne einmal als "Hurensöhne" bezeichnet. Dutertes Gefolgsleute räumten groß ab, seine Gegner erlebten ein Debakel.

Letzte Barriere fällt

Besonders entscheidend: Duterte hat nun auch den Senat hinter sich. 12 der 24 Senatssitze wurden neu vergeben, neun gingen dabei an Duterte-Anhänger, unter ihnen etwa Imee Marcos, die Tochter des einstigen Diktators Ferdinand Marcos. Die restlichen drei zu vergebenden Sitze eroberten unabhängige Kandidaten. Von den 12 Senatoren, die nicht zur Wahl standen, werden nur vier der Opposition zugerechnet.