Washington/Teheran. US-Präsident Donald Trump sieht derzeit trotz der Krise mit dem Iran keine Notwendigkeit für eine Entsendung weiterer Soldaten in den Nahen Osten. "Ich würde sicher Soldaten schicken, wenn wir sie brauchen", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Er betonte aber: "Ich glaube nicht, dass wir sie brauchen. Ich glaube das wirklich nicht."

Der Präsident bezeichnete den Iran zwar als "sehr gefährlichen Akteur" und als "Nation des Terrors". Er betonte allerdings, derzeit sei keine Aufstockung von US-Truppen in der Region nötig. "Aber wenn nötig, dann werden wir dort sein - in welcher Größenordnung auch immer notwendig."

Angesichts der Krise mit dem Iran war über eine Entsendung zusätzlicher US-Truppen in die Region spekuliert worden. Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte am Donnerstag im Pentagon, die USA könnten grundsätzlich weitere Truppen in den Nahen Osten schicken. Auf eine konkrete Zahl wollte Shanahan sich aber nicht festlegen. Er betonte, dabei gehe es um den Schutz von Soldaten, die bereits in der Region stationiert sind. "Unsere Aufgabe ist Abschreckung. Es geht nicht um Krieg."

Pulverfass Nahost

US-Außenminister Mike Pompeo sagte dem Sender Fox News am Donnerstag: "Sie können sicher sein, dass Präsident (Donald) Trump sicherstellen wird, dass wir alle notwendigen Ressourcen für eine Reaktion haben, sollte die Islamische Republik Iran sich dazu entscheiden, Amerikaner oder amerikanische Interessen anzugreifen." Pompeo sagte, die Regierung in Teheran verbreite seit 40 Jahren Terror. "Und Präsident Trump ist entschlossen, den Kurs dieses Regimes zu ändern."

Die Lage in der Golfregion ist wegen des Streits zwischen den beiden Seiten derzeit sehr angespannt. Das US-Verteidigungsministerium hatte unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt und das damit begründet, es gebe Hinweise auf mögliche iranische Angriffe auf US-Kräfte. Die USA und ihr enger Verbündeter Saudi-Arabien werfen dem Iran vor, Konflikte in der Region anzuheizen und Terrorismus zu unterstützen. Washington setzt den Iran auch massiv mit Wirtschaftssanktionen unter Druck. (apa, dpa)