Dafür ist es noch etwas zu früh, da ich schon noch eine Weile in Wien bleiben werde. Dennoch bin ich stolz auf ein paar neue Ideen und Entwicklungen. In den letzten Jahren verzeichnen wir einen Anstieg an finanziellen Zuwendungen der Mitgliedstaaten an die UNODC, was mich sehr freut. Das ist ein Zeichen von Vertrauen und Wertschätzung.

Wir haben auch neue Programme entwickelt, vor allem im Kampf gegen Menschenhandel, Wildtierkriminalität und illegalem Artenhandel sowie gegen Piraterie.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen, auf die nächsten 40 Jahre, wie muss sich die UNO aufstellen, um weiterhin relevant zu bleiben?

Die UNO gehört ihren Mitgliedsstaaten, wir sind deren Sekretariat und haben eine unterstützende Funktion. Aber ich glaube fest daran, dass die Zukunft des Multilateralismus vielversprechend ist. Wir müssen anerkennen, dass wir viele Herausforderungen nur gemeinsam meistern können. Sollten sich Staaten wirklich irgendwann entscheiden, die UNO aufzulösen, so wären sie heute nie mehr in der Lage, diese Organisation neu zu gründen.

Warum nicht?

Diplomatische Verhandlungen sind langwierig und kompliziert.

Denken Sie, dass die Atmosphäre derzeit anders ist als in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die UNO 1945 gegründet wurde?

Ich kann natürlich nicht in die Zukunft blicken, aber ich hoffe sehr, dass sich die Situation auf internationaler Ebene bald wieder normalisiert.