Manama. Inmitten der Spannungen mit dem Iran ist es nahe der Küste des Landes erneut zu Zwischenfällen mit zwei Handelsschiffen gekommen. Im Golf von Oman geriet der Öltanker "Front Altair" der norwegischen Reederei Frontline Donnerstag früh nach einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte. In späteren Berichten hieß es dann, das Schiff wurde vermutlich von einem Torpedo getroffen. Davon ging zumindest die Raffineriegesellschaft CPC aus Taiwan aus, die das Schiff gechartert hat. Der Tanker ist aber offenbar nicht gesunken.

Und es gab noch einen zweiten Zwischenfall: Die "Kokuka Courageous" sei über der Wasseroberfläche am Rumpf getroffen worden, teilte die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) mit. Es seien 21 Seeleute von dem mit Methanol beladenen Frachter gebracht worden. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst unklar. Die norwegische Seefahrtsbehörde empfahl dennoch allen Schiffen, die Gewässer vor dem Iran vorläufig zu meiden.

US-Außenminister verdächtigt Iran

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US-Außenminister Mike Pompeo machte den Iran für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich. "Es ist die Einschätzung der USA, dass die Islamische Republik für die Angriffe verantwortlich ist", sagte Pompeo am Donnerstag in Washington in einem Kurzauftritt vor Kameras.

Diese Einschätzung basiere auf Geheimdienstinformationen, die Art der verwendeten Waffen und die Raffinesse der Angriffe, sagte Pompeo. Die Aktion sei Teil einer Kampagne Teherans, "um die Spannungen eskalieren zu lassen". Es gehe dem Iran darum, den Öltransport durch die Straße von Hormuz zu unterbinden. Weitere Details oder Beweise für die Behauptungen nannte der Minister nicht.

Die US-Marine erklärte, sie habe zwei Notrufe erhalten. US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain mit. Die USA machten den Iran für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich.

Die Reederei Frontline teilte mit, alle 23 Menschen an Bord seien in Sicherheit, wie die norwegische Zeitung "VG" unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher berichtete.

Nach Angaben der Reederei BSM besteht keine Gefahr, dass die "Kokuka Courageous" sinkt. Die Ladung sei "intakt". Der Schaden sei auf der Steuerbordseite im hinteren Teil des Frachters, sagte der Sprecher. Die 21 Seeleute seien mit einem Rettungsboot auf ein anderes Schiff gebracht worden, die "Coastal Ace". Der leicht verletzte Seemann habe dort Erste Hilfe bekommen. Bei den Seeleuten handle es sich ausnahmslos um Philippiner.