Gaza. Palästinenser im Gazastreifen haben am Dienstag aus Protest gegen eine Konferenz in Bahrain für wirtschaftliche Investitionen in den Palästinensergebieten gestreikt. Die von den USA initiierte Konferenz findet an diesem Dienstag und Mittwoch statt.

Öffentliche Einrichtungen, Banken und der Großteil der Geschäfte in dem Küstengebiet blieben geschlossen. Auf schwarzen Bannern in verschiedenen Teilen des Gazastreifens stand unter anderem: "Nein zu dem verdächtigen Workshop in Bahrain."

Palästinenservertreter boykottieren die Veranstaltung und fordern für den Konflikt mit Israel eine politische und keine wirtschaftliche Lösung. Die radikal-islamische Hamas und andere palästinensische Fraktionen hatten im Vorfeld zu dem Streik aufgerufen und Proteste im Gazastreifen angekündigt.

"Frieden zu Wohlstand"

Die Konferenz in Bahrain ist Teil des weiterhin unveröffentlichten Nahost-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump. Ein am Samstag vom Weißen Haus in Washington veröffentlichtes Papier mit dem Titel "Frieden zu Wohlstand" sieht Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Dollar (43,88 Mrd. Euro) in den kommenden zehn Jahren vor. Damit sollen das Bruttoinlandsprodukt der Palästinenser verdoppelt, eine Million neue Jobs geschaffen und die Armutsquote halbiert werden. Woher genau das Geld kommen soll, bleibt offen.

Trump hatte Jerusalem im Dezember 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt und im vergangenen Jahr die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Die Palästinenser erkennen die USA seitdem nicht mehr als unabhängigen Vermittler im Konflikt mit Israel an. Sie sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates. (apa, dpa)