Washington. Der US-Präsident verkündete per Twitter den Abschied des Nationalen Geheimdienstdirektors Dan Coats. Er soll seinen Posten am 15. August abgeben. Zu seinem Nachfolger will Trump den Kongressabgeordneten John Ratcliffe machen, der sich jüngst als besonders Trump-treu profiliert hatte.

Der Nationale Geheimdienstdirektor koordiniert und überwacht die Arbeit der US-Geheimdienste, etwa des Auslandsgeheimdienstes CIA. Das Amt mit Kabinettsrang war nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 geschaffen worden, um eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden zu gewährleisten. Coats hatte immer wieder andere Auffassungen vertreten als Trump. Das betraf unter anderem Russland, den Iran und Nordkorea.

Trump dankte Coats auf Twitter "für seine großen Verdienste für unser Land". Über dessen designierten Nachfolger Ratcliffe schrieb Trump, dieser werde die "Größe" der USA verkörpern.

Ratcliffe hatte den US-Präsidenten wiederholt gegen Kritik in Schutz genommen. Außerdem hat er immer wieder Sonderermittler Robert Mueller und den früheren FBI-Chef James Comey angegriffen, mit denen Trump über Kreuz liegt.

Ganz auf der Linie des US-Präsidenten

Der 53-Jährige, der seit 2015 für Texas im Repräsentantenhaus sitzt, liegt inhaltlich ganz auf der Linie Trumps. Nach Berechnungen der Nachrichtenseite "FiveThirtyEight" votierte er bei Abstimmungen im Kongress in rund 91 Prozent aller Fälle im Sinne des Präsidenten. Bei der Anhörung von Robert Mueller im Justizausschuss in der vergangenen Woche ging Ratcliffe den Ex-Russland-Sonderermittler hart an. Er warf ihm vor, seine Befugnisse überschritten zu haben.

Während Politiker von Trumps Republikanern die Personalie Ratcliffe begrüßten, kam von den oppositionellen Demokraten scharfe Kritik. "Der Nationale Geheimdienstdirektor sollte über der Parteipolitik stehen, den Mächtigen die Wahrheit sagen und sich gegen Trumps Machtmissbräuche stellen", twitterte die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren. "Das alles trifft nicht auf John Ratcliffe zu."

Trump hat seit Langem ein angespanntes Verhältnis zu den Sicherheitsbehörden seines Landes. Anfang des Jahres stellte er die Kompetenz seiner eigenen Geheimdienste massiv infrage - vor allem bei der Beurteilung des Iran.