Bawdie. (reuters) Yaw Ngoha war als Teenager in die ghanaische Stadt Bawdie gekommen war, um nach Gold zu suchen. Ein paar Jahre später hatte er genug Geld verdient, um seine Freundin zu heiraten und ein Haus mit einer Veranda zu bauen. Als zuvor ein älterer Dorfbewohner einen Arzt einlud, um mit Bergleuten über die Gefahren der sogenannten Wildcat-Miners, der illegal schürfenden Bergleute, zu sprechen, sagte der 36-Jährige nur: "Niemand hat dem Mediziner zugehört. Wir brauchten Geld". Seit Ngoha in den frühen 2000er Jahren mit dem Schürfen begann, haben immer mehr Menschen wie er Ghana zum größten Goldproduzenten Afrikas gemacht. Aber auch anderswo auf dem Kontinent haben sich Millionen dem Gold-Business zugewandt. Nur wenige ließen sich von den Risiken abschrecken.

Ngoahs Freunde und Familienmitglieder begannen nach und nach zu erkranken und zu sterben, aber er sagte sich, dass dies nichts mit dem Staub zu tun hatte, den sie eingeatmet hatten, oder mit den Giftstoffen - einschließlich Quecksilber und Salpetersäure -, die sie zur Gewinnung des Goldes verwendeten.

Eines Morgens im Jahr 2016 begann Ngoah, Blut zu husten. Es fühlte sich an, als würden seine Lungen kollabieren. Sein Arzt behandelte ihn wegen Tuberkulose. Die Medikamente halfen nicht, aber er arbeitete weiter. "Ich sagte mir, die Symptome seien das Ergebnis eines gewissen Fehlverhaltens", sagte er einem Reporter während eines Besuchs im April. "Vielleicht ist jemand zu einem Medizinmann gegangen, oder jemand hat versucht etwas von jemandem zu stehlen, und wir sind alle verflucht worden."

Allein ein T-Shirt dient als Atemschutz. - © reuters
Allein ein T-Shirt dient als Atemschutz. - © reuters

Felsen, die schimmern

Ngoha lebte in Bawdie (ausgesprochen Bor-dee-ay) im Westen Ghanas. Die Region ist ein bedeutender Produzent von Kakao, Kautschuk und Palmöl, die von Kleinbauern angebaut werden. Ghanaischer Kakao wird von Schokoladeherstellern weltweit verwendet. Aber nicht nur das: Die Felsen sind hier mit so viel Gold übersät, dass sie schimmern. Frühe Kolonisten nannten diese Region die Goldküste. Ashanti im Süden Ghanas haben seit langem ein Vermögen mit dem Bergbau gemacht, den die Ghanaer als "Galamsay" (sammeln und verkaufen) bezeichnen. Seit 2008 hat der illegale Bergbau zugenommen: Die Goldpreise sind gestiegen, Ausrüstungsgegenstände aus China sind billig und leicht zu bekommen.

Laut einem Bericht von Forschern des Internationalen Instituts für Umwelt und Entwicklung von 2016 leben in Ghana eine Million Menschen von dem, was als "handwerklicher Bergbau" bezeichnet wird. Weitere 4,5 Millionen sind finanziell von den Einnahmen abhängig. Nach Schätzungen der Weltbank leben in Afrika südlich der Sahara fast 10 Millionen solcher Bergleute: Mindestens 60 Millionen mehr sind vom Sektor abhängig.