Die Abhängigkeit von einzelnen Ressourcen und die Konzentration von politischer und wirtschaftlicher Macht in wenigen Händen zählen viele Forscher zu den Faktoren, die Afrika am stärksten destabilisieren und eben auch Demokratien unterminieren. Zumal Ölfelder und Minen auch nicht für die vielen Arbeitsplätze sorgen, die der Kontinent aufgrund seiner hohen Geburtenrate braucht.

Um dem gegenzusteuern, nennen Ökonomen verschiedene Maßnahmen: Etwa dass die Landwirtschaft, in der noch immer ein Großteil der Bevölkerung arbeitet, stärker gefördert und dadurch produktiver wird - weshalb die Afrikanische Entwicklungsbank mehr als 20 Milliarden Dollar in den Agrarsektor investieren will. Und dass sich die Wirtschaft breiter aufstellt und stärker industrialisiert.

China als Modell

Vielerorts geschieht das auch schon: Einzelne Länder wie Ghana, Cote d’Ivoire, Äthiopien oder Ruanda erleben gerade einen Aufschwung, der auf einer breit gefächerten Basis steht und sich eben auch einer fortschreitenden Industrialisierung verdankt. So zieht Äthiopien Betriebe aus der Textilindustrie an, während in Ruanda mittlerweile VW ein Werk eröffnet hat. "Die Frage ist nur: Wie viel wirtschaftliche Innovation wird dann auch politisch umgesetzt?", sagt Hainzl.

Denn es ist zwar wahrscheinlich, dass diese wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten für mehr Stabilität sorgen. Aber es ist keineswegs ausgemacht, dass mit ihnen auch eine verstärkte Demokratisierung einhergeht. Zumal die Entwicklungsdiktatur China mit ihrem rasanten Aufstieg und ihren Erfolgen in der Armutsbekämpfung immer mehr als Gegenmodell zur westlichen Demokratie gehandelt wird und sich auch immer mehr als solches ins Spiel bringt. Bei den genannten Beispielen gilt zwar etwa Ghana als eine der gefestigten afrikanischen Demokratien. In Ruanda hingegen dirigiert Präsident Paul Kagame den Fortschritt von oben mit eiserner Hand - und in manchen Nachbarländern tauchen immer wieder Stimmen auf, die dieses Modell als Vorbild sehen. Etwa im Kongo, wo Wahlen oft Chaos, Betrug und Verdruss bringen.