Wien. Die Kirchenreformbewegungen solidarisieren sich mit den Initiativen für den Klimaschutz. Martha Heizer, Vorsitzende von "Wir sind Kirche", plädierte am Donnerstag für die Unterzeichnung des Klimavolksbegehrens. Man unterstütze außerdem einen Antrag lateinamerikanischer Bischöfe während der Amazonas-Synode, welcher Laien im Priestermangel die Eucharistieleitung erlauben würde.

"Ich würde mir wünschen, dass alle unsere Mitglieder sich mit diesen Bewegungen solidarisieren", sagte Heizer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Kirchenreformbewegungen. In der Klimakrise komme es auf jeden einzelnen an und man könne dieses Problem nur gemeinsam lösen, so die Vorsitzende.

Heizer sieht Parallelen zu ihrer Kirchenreformbewegung und sprach den Klimaschutzbewegungen Mut zu. Außerdem rief sie dazu auf, am 20. September zum Klimastreik zu gehen, das Klimavolksbegehren zu unterstützen, sowie persönlichen Einsatz zu zeigen. Letzteres eigne sich in ihren Augen besonders während der kommenden Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober.

Ende des Zölibats?

Diese von Papst Franziskus einberufene Synode könnte im Zusammenhang mit der Klimakrise auch einen "historischen Antrag" bringen, betonte der Obmann der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller. Er sehe vor, dass auch verheirateten und weiblichen Laien das Abhalten einer Eucharistiefeier erlaubt werden könnte. Das sei der erste öffentliche Vorschlag dieser Art und daher ein wichtiger erster Schritt, so Schüller. In seinen Augen müsse die Kirche begreifen, "dass sie die Gemeinde wieder entdecken muss". In Zeiten von Priestermangel müsse man auf Kirchenvertreter aus der Mitte der Gemeinden setzen.

Der stellvertretende Vorsitzende der "Laieninitiative", Peter Pawlowsky, sieht die Chancen des Antrags eher kritisch. Er teile zwar die Hoffnungen, die sich auf die Amazonas-Synode richten, jedoch seien Annahmen solcher Beschlüsse besonders im Bezug auf das Zölibat eher selten. Pawlowsky rief allerdings auch in Erinnerung, dass es unter den frühen Christen üblich gewesen sei, jemanden aus der eigenen Gemeinde zur Abhaltung der Eucharistiefeiern zu wählen.

In jedem Fall unterstütze man den Antrag der lateinamerikanischen Bischöfe, betonten alle Vertreter der Kirchenreformbewegungen. Schüller sagte sinnbildlich dafür: "Wir wollen die Menschen in Amazonien nicht im Regenwald stehen lassen." Denn wer wöchentlich sein Glaubensbekenntnis zur Schöpfung Gottes abgibt, dem könne diese Schöpfung nicht "wurscht" sein, so Schüller.fung Gottes abgibt, dem könne diese Schöpfung nicht "wurscht" sein, so Schüller. (apa)