Ankara. Russland, die Türkei und der Iran haben sich bei einem Syrien-Gipfel in Ankara nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, um eine Eskalation in der Rebellenhochburg Idlib zu vermeiden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am Montag bei einer Pressekonferenz mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und seinem iranischen Kollegen Hassan Rouhani, die Gespräche seien positiv verlaufen. Konkrete Lösungen präsentierten die Staatschefs aber nicht. Damit bleibt unklar, wie eine neue Flüchtlingskrise verhindert werden könnte, sollten die Truppen von Syriens Machthaber Bashar al-Assad ihre Offensive in Idlib fortsetzen.

Die Türkei unterstützt in Syrien verschiedene Rebellengruppen. Russland und der Iran dagegen stehen auf der Seite des syrischen Präsidenten. Im sogenannten Astana-Prozess verhandeln die drei Staaten seit 2017 um eine Lösung im Bürgerkriegsland - bisher mit wenig Erfolg.

Putin bietet Waffen an

Die Region um die Stadt Idlib ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rebellengebiet Syriens. Dominiert wird sie von der militanten islamistischen Al-Kaida-nahen Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS). Die Anhänger von Bashar al-Assad hatten im April mit den Angriffen begonnen. Syrische und russische Jets bombardieren immer wieder Kliniken und andere lebenswichtige Infrastruktur. Syrien und Russland argumentieren, sie bekämpfen in dem Gebiet "Terroristen". In der Region leben rund drei Millionen Menschen. Durch die Offensive in Idlib wurden nach UN-Angaben mehr als eine halbe Million Menschen vertrieben.Hilfsorganisationen sprechen von einer dramatischen humanitären Lage.

Putin betonte, dass die Attacke auf saudiarabische Ölanlagen auf dem Gipfel kein Thema gewesen sei. Zugleich bot er Saudi-Arabien russische Waffen zum Kauf an. Der Präsident verwies dabei auf Raketenabwehrsysteme. Diese Waffen "werden zuverlässig jede Infrastruktur in Saudi-Arabien schützen", so Putin. (apa/red)