Wenige Stunden nach dem Termin auf dem Dach trifft er zusammen mit Bierlein, Patek und Außenminister Alexander Schallenberg den UN-Generalsekretär. Guterres, der Klimaschutz zu einer der Prioritäten seiner Arbeit gemacht hat, dankt Van der Bellen dabei für seine Initiative für mehr Tempo beim Klimaschutz. 34 Staats- und Regierungschefs - darunter unter anderem Deutschlands Präsident Steinmeier, der italienische Staatschef Mattarella und Frankreichs Präsident Macron - sind dem Vorstoß bereits beigetreten - und Van der Bellen hofft, in New York noch Unterstützer zu gewinnen.

"Kommen ohne Hausaufgaben"

Auch Jugendbotschafterin Anika Dafert ist beim Gespräch mit dem UNO-Chef mit dabei. Die 17-jährige Radstädterin hatte Guterrres bereits am Tag zuvor beim UN-Jugend-Gipfel gehört. "Er ist cool. Er hat verstanden, um was es geht. Die Klimakrise ist ein globales Problem, das nur mit einer globalen Anstrengung gelöst werden kann", so die österreichische Jugenddelegierte. Österreichs Beitrag geht der Schülerin, die im Februar die "Fridays for Future"-Bewegung in Salzburg initiiert hat, jedoch nicht weit genug. "Österreich fährt nach New York, ohne seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Wir kommen ohne einen echten Klimaschutzplan zum Klimagipfel", sagt die Schülerin.

Auch ein Treffen des Bundespräsidenten und der Kanzlerin mit Michelle Bachelet, der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, steht in New York ganz im Zeichen des Klimagipfels. "Menschenrechte sind im Zusammenhang mit der Klimakrise von großer Bedeutung", betont der Bundespräsident im Gespräch mit Bachelet. Denn unter anderem die Menschenrechte auf Nahrung, Wasser und Gesundheit würden in den ärmsten Ländern, die zwar kaum zum Klimawandel beitragen, jedoch jetzt schon am meisten darunter leiden, immer stärker gefährdet.

In New York zeigt sich Van der Bellen allerdings zuversichtlich, dass der Klimagipfel eine wichtige Etappe im Kampf gegen die Erderwärmung sein kann. "Auch auf Grund der Fridays for Future-Bewegung wird es für Politiker immer schwieriger, die Klimaentwicklung zu ignorieren.", meint der Bundespräsident. "Der Druck wird immer stärker, mehr und schneller etwas zu unternehmen."