Auf der Halbinsel Rockaways im Stadtteil Queens und auf Staten Island ist bereits zu sehen, wie New York sich für die Zukunft rüsten will. Millionen Tonnen Sand wurden hier auf 15 Kilometern zu künstlichen Dünen aufgeschüttet, um die Küsten besser vor Überflutungen zu schützen. Dabei geht es den Stadtvätern nicht allein um Extremwetterereignisse wie Hurrikan "Sandy", dessen Sturmfluten hier im Jahr 2012 verheerende Schäden angerichtet haben. Gemeinsam mit vielen anderen geplanten Projekten wie etwa Landaufschüttungen an der Südspitze Manhattans sollen die künstlichen Dünen die Stadt vor allem auf eine Zeit vorbereiten, in der der Meeresspiegel deutlich höher liegt als heute. Bis zu 1,8 Meter könnte der Anstieg in New York laut Experten bis zum Jahr 2100 betragen, falls die Erderwärmung ungebremst weitergeht.

"Es beschleunigt sich"

New York wird allerdings nur eine von vielen großen Städten sein, die den Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten hautnah zu spüren bekommen. Denn laut dem jüngsten Sonderbericht des Weltklimarates IPCC zu Meeren und Eisflächen, der am Mittwoch in Monaco offiziell präsentiert werden soll, drohen selbst bei einer Erwärmung um zwei Grad große Siedlungsgebiete überflutet zu werden. Betroffen davon wären rund 280 Millionen Menschen, die derzeit noch in den gefährdeten Regionen leben.

Noch viel mehr könnte es freilich werden, wenn es keinen spürbaren Kurswechsel in der Klimapolitik gibt. Denn laut dem IPCC steuert die Erde derzeit auf ein um drei bis vier Grad höheres Temperaturniveau im Jahr 2100 zu, der durchschnittliche Anstieg des Meeresspiegels würde dann laut den Progosen der Klimawissenschafter und Ozeanografen nicht bei 50 Zentimetern, sondern 84 Zentimetern liegen.

Die für den sukzessiven Anstieg des Meeresspiegels verantwortliche Eisschmelze in der Polarregionen hat laut IPCC aber auch jetzt schon dramatische Ausmaße erreicht. So sind die Eisschilde in der Antarktis und auf Grönland seit 2006 nicht nur um mehr als 430 Milliarden Tonnen pro Jahr geschrumpft. Die Eisschmelze lässt sich mittlerweile selbst auf den bis zu 3000 Meter hohen Bergen und Gletschern Grönlands beobachten. Bereits im Jahr 2012 hatten die Glaziologen erstmals seit Beginn der Satellitenbeobachtung Anfang der 1990er Jahre eine vollständig aufgetaute Eisoberfläche in Grönland registriert. "Der Verlust an Eis beschleunigt sich", sagt die deutsche Gletscherforscherin Angelika Humbert. "Das ist das Beunruhigende an der Sache."