Doppelagenten, CIA und Wikileaks. Das ist schon mal ein explosiver Cocktail. Die spanische Security-Firma - ausgerechnet mit dem Namen Undercover Global S.L. - wurde von Ecuador angeheuert, um ihre Botschaft in London zu bewachen, zumindest für die Zeit des Aufenthalts des Wikileaks-Gründers Julian Assange. Doch wie die Zeitung "El Pais" berichtet, wird gegen die Security-Firma und deren Inhaber, David Morales, derzeit ermittelt.

Laut Dokumenten, die "El Pais" vorliegen, hat nämlich  Undercover Global in der Zeit nicht nur die Botschaft beschützt, sondern vor allem Julian Assange ausspioniert. Und zwar nicht für Ecuador, sondern für einen weiteren, geheimen Auftraggeber: den US-amerikanischen Geheimdienst CIA. Der Inhaber Morales hat angeblich Audio- und Videoaufnahmen dem CIA übergeben, in denen Assange sich mit seinen Anwälten und Mitarbeitern trifft. Gegen Morales läuft deswegen eine Untersuchung seitens des spanischen Nationalen Gerichtshofs.

Assange selbst hatte eine Beschwerde eingebracht, er wirft Morales vor, seine Privatsphäre verletzt zu haben, sowie unrechtmäßig bei seinen geschützten Anwaltsgesprächen dabei gewesen zu sein. Aber auch Bestechung und Geldwäsche sollen Gegenstand der Beschwerde sein.

"Wir spielen jetzt in der Oberliga

Morales, ein ehemaliger Soldat, hat gegenüber seinen Mitarbeitern mündlich und schriftlich erklärt, dass er, obwohl er von Ecuador angeheuert wurde, auch "für die Amerikaner" arbeitet. "Wir spielen jetzt in einer anderen Liga. Das ist die Oberliga", erzählte er angeblich im kleinen Kreis nach einem Security-Kongress in Las Vegas 2015, wo er wahrscheinlich seinen ersten US-amerikanischen Kontakte geknüpft hatte. Assange hatte 2012 Asyl in der ecuadorianischen Botschaft erhalten.

Morales erinnerte seine Mitarbeiter aber oft daran, dass sie über die Kontakte mit den USA Stillschweigen bewahren sollen.

Im Dezember 2017 wurden neue Video-Kameras installiert, und auf Geheiß von Morales wurden drei externe Streaming-Konten eingerichtet: "Eins für Ecuador, eins für uns, und ein weiteres für X."

Mikrofone sind in den Feuerlöschern versteckt worden, und auch im Frauenklo, wo sich das - gemischtgeschlechtliche - Anwaltteam von Assange oft getroffen hat. Aus Angst, dass sie woanders ausspioniert worden wären.