Angesichts eines beginnenden Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn könnte US-Präsident Donald Trump einen außenpolitischen Erfolg gut gebrauchen. Doch trotz seiner Gipfeldiplomatie mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un scheint Pjöngjang in der Sache keinen Zentimeter nachgeben zu wollen. Die Verhandlungen zum Atomprogramm Nordkoreas stecken in einer Sackgasse.

Nach einer sieben Monate langen Pause verhandelten Nordkorea und die USA am Wochenende erstmals wieder über atomare Abrüstung in dem ostasiatischen Land. Doch Nordkorea warf Washington prompt eine "feindselige Politik" vor und schloss weitere Verhandlungen vorerst aus.

"Wir haben nicht die Absicht, solche widerlichen Verhandlungen wie jetzt zu führen, ehe die USA einen substanziellen Schritt machen, um ihre feindselige Politik gegen Nordkorea komplett und unumkehrbar zurückzuziehen", wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. Gemeint war damit wohl die Forderung, vor jeglichen Zugeständnissen zunächst die harten Sanktionen gegen das Land zu lockern. Die Frist für eine Verhandlungslösung laufe "Ende dieses Jahres ab", warnte Nordkorea.

Das Außenministerium in Washington hingegen bemühte sich, Optimismus zu verbreiten. Die US-Unterhändler seien mit kreativen Ideen angereist und hätten gute Gespräche mit den Nordkoreanern geführt. Das Ministerium setze auf eine weitere Gesprächsrunde in zwei Wochen, hieß es. Die USA und Nordkorea könnten nicht an einem Tag "70 Jahre Krieg und Feindseligkeit auf der koreanischen Halbinsel" beseitigen, so das Ministerium. Um eine Lösung für die "gewichtigen Themen" zu finden, bräuchten beide Seiten Entschlossenheit und Ausdauer.

Die gut acht Stunden langen Gespräche am Samstag im schwedischen Stockholm waren die ersten Atomverhandlungen seit einem Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Ende Februar in Vietnam, das unter anderem an Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas sowie Sanktionserleichterungen für das isolierte Land gescheitert war. Trump und Kim hatten die neuen Verhandlungen auf Arbeitsebene Ende Juni bei einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze vereinbart.

Der nordkoreanische Unterhändler Kim Myong-gil ließ vor Journalisten in Stockholm kein gutes Haar an der Gesprächsrunde. "Wir sind enttäuscht von den USA", erklärte er nach Angaben der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter". Nun liege es an Washington, den Dialog wieder aufzunehmen, forderte er. Das US-Außenministerium erklärte hingegen, die Bemerkungen der Nordkoreaner deckten sich nicht "mit dem Inhalt und dem Geist der Gespräche".