Washington. Die USA bereiten wegen des türkischen Einmarschs in Nordsyrien harte Sanktionen gegen die Türkei vor. Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Freitag im Weißen Haus, diese Sanktionen würden noch nicht in Kraft treten.

US-Präsident Donald Trump werde aber eine Verfügung unterzeichnen, die den Finanzminister in Absprache mit dem Präsidenten und dem Außenminister ermächtige, Sanktionen gegen "jede Person mit Verbindungen zur türkischen Regierung" zu verhängen. "Das sind sehr harte Sanktionen. Ich hoffe, dass wir sie nicht einsetzen müssen", sagte Mnuchin. Er fügte hinzu: "Wenn wir müssen, können wir die türkische Wirtschaft stilllegen."

Mnuchin sagte, Finanzanstalten seien vorgewarnt worden, dass Sanktionen verhängt werden könnten. Trump sei "besorgt" über die andauernde Militäroffensive in Nordsyrien und über potenzielle Angriffe auf zivile Ziele durch die Türkei. Es sei außerdem "zwingend", dass die Türkei nicht erlaube, dass auch nur ein einziger Gefangener der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem türkischen Einmarschgebiet entkomme. Die Offensive der Türkei richtet sich gegen die Kurdenmilizen, die die gefangen genommenen IS-Kämpfer bewachen.

Telefonat zwischen Verteidigungsministern

US-Verteidigungsminister Mark Esper hat den Nato-Partner Türkei mit deutlichen Worten zur Zurückhaltung im Nordosten Syriens aufgerufen. Die Türkei müsse die Situation deeskalieren, bevor es "irreparable" Folgen gebe, sagte Esper in einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Hulusi Akar. Die Offensive könne "ernsthafte Konsequenzen" für die Türkei haben, sagte Esper nach Mitteilung seines Ministeriums. Auch für US-Soldaten könne sie Schaden bedeuten. Die Türkei solle daher ihre "Aktionen einstellen", damit sich die Möglichkeit biete, gemeinsam mit den USA und den Partnern für eine Deeskalation zu sorgen. Das Telefonat zwischen Esper und Akar fand nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bereits am Donnerstag statt. (apa, dpa, Reuters)