Tall Abyad/Akcakale/Washington. Wenige Tage nach dem Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien wächst international der Druck auf Ankara. Deutschland und Frankreich haben Waffenexporte in die Türkei ausgesetzt, die USA drohten dem Nato-Partner Türkei mit Strafmaßnahmen und warnten und vor der Flucht gefangen genommener IS-Kämpfer. "Ich habe der Türkei klargemacht, dass wir sehr schnelle, starke und harte Wirtschaftssanktionen verhängen, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten", sagte Präsident Donald Trump am Samstagabend vor Anhängern in Washington.

Zu diesen Verpflichtungen gehöre der "Schutz religiöser Minderheiten und auch die Überwachung von IS-Häftlingen, die wir gefangen haben". Den kurdischen Kämpfern riet er dazu, sich aus dem umkämpften Grenzgebiet zur Türkei zurückzuziehen. Es sei sehr schwierig, eine Streitmacht zu schlagen, die - anders als die eigenen Einheiten - über eine Luftwaffe verfüge, sagte Trump. Deshalb hoffe er, dass sich die in Nordsyrien agierenden Kurdenmilizen von der Grenze zur Türkei entfernen. Zum Abzug der US-Truppen aus dem Konfliktgebiet sagte Trump: "Ich glaube nicht, dass unsere Soldaten für die nächsten 50 Jahre dort sein und die Grenze zwischen der Türkei und Syrien bewachen sollten, wenn wir unsere eigenen Grenzen zu Hause nicht bewachen können." Damit bezog sich der Republikaner auf die zahlreichen illegalen Grenzübertritte an der Südgrenze der Vereinigten Staaten zu Mexiko.

Die türkischen Truppen setzten unterdessen ihren Vormarsch gegen die Kurdenmiliz YPG unterdessen fort. Aus Protest gegen die Militäroffensive waren am Samstag in zahlreichen europäischen Städten tausende Menschen auf die Straße gegangen, darunter auch in Wien. (apa/dpa)