Tunis. In einer zweiten Nachwahlbefragung, die im staatlichen Fernsehsender Wataniya veröffentlichte, kam der konservative Jus-Professor Saied sogar auf fast 77 Prozent der Stimmen. Saied habe 76,9 Prozent der Stimmen erhalten, meldete das Staats-TV am Sonntagabend. Sein Konkurrent, der umstrittene Medienmogul Nabil Karoui, kam demnach auf 23,11 Prozent.

Die Nachricht seines Sieges löste in Saieds Wahlkampfzentrale in der Hauptstadt Tunis Jubel aus. In der Stadt wurden Feuerwerkskörper gezündet, und es gab Hupkonzerte. Das offizielle Wahlergebnis dürfte indes nicht vor Dienstag vorliegen.

"Kais Saied, Präsident der tunesischen Republik", schrieb die Ennahda-Partei, die den unabhängigen Kandidaten unterstütze, auf ihrer Facebookseite. Die gemäßigt islamistische Partei hatte vor einer Woche die tunesische Parlamentswahl gewonnen und sich 52 der 217 Sitze im Parlament gesichert. Saied war außerdem vom ehemaligen tunesischen Übergangspräsidenten Moncef Marzouki unterstützt worden. (apa/afp)