Moskau. Die Kurdenmiliz YPG ist nach Angaben des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu aus Nordsyrien vorzeitig abgezogen. Nun hätten dort syrische Grenztruppen und die russische Militärpolizei die Kontrolle übernommen, hieß es. Eine vereinbarte Waffenruhe sollte offiziell um 18 Uhr Ortszeit enden. Sie dürfte nun weiter gelten.

Die YPG sollte sich wie vereinbart aus einem Streifen von 30 Kilometern Tiefe im syrisch-türkischen Grenzgebiet zurückziehen. Vor Ende der Frist hatte die Türkei mit der Fortsetzung ihrer Militäroffensive in Nordsyrien gedroht.

Das türkische Militär war mit verbündeten Rebellen am 9. Oktober in Nordsyrien einmarschiert. Es begann eine Offensive gegen die YPG, die sie als Terrororganisation betrachtet. Russland als Schutzmacht des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und die Türkei hatten sich dann vergangene Woche darauf verständigt, nordsyrische Grenzgebiete zur Türkei gemeinsam zu kontrollieren.

Noch knapp vor Ablauf der Waffenruhe war es erstmals zu direkten Gefechten zwischen der türkischen Armee und den syrischen Regierungstruppen gekommen. Bei Kämpfen nahe der türkischen Grenze sollen sechs syrische Soldaten getötet worden sein. Fünf davon durch türkischen Artilleriebeschuss in der Nähe des Dorfes Al-Assadija südlich der Grenzstadt Ras al-Ayn. Ein sechster syrischer Soldat soll im Zuge des Gefechts von protürkischen Milizen "hingerichtet" worden sein. Die Türkei äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.