Die Kürzung der Subventionen für Treibstoff um jährlich 1,2 Milliarden Dollar war eine Auflage des IWF für einen Kredit von 4,2 Milliarden Dollar. Dadurch kostete der Liter Diesel plötzlich das Doppelte - vor allem indigene Bauern litten unter dem Preissprung. Mittlerweile hat die Regierung von Präsident Lenin Moreno zwar die Subventionsstreichung kassiert, das Problem der hohen Verschuldung und der sozialen Ungleichheit ist damit aber längst nicht vom Tisch.

Peru:

Der Kampf gegen die weit verbreitete Korruption hat Peru in eine Staatskrise geführt. Weil er sich in seinen Bemühungen gegen Vetternwirtschaft und Mauscheleien vom Kongress ausgebremst sieht, hat Präsident Martín Vizcarra das Parlament aufgelöst und eine Neuwahl für Jänner anberaumt. Stärkste Partei im Parlament ist die von Keiko Fujimori geführte "Fuerza Popular" ("Volkskraft"). Die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000) sitzt selbst wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft.

In den vergangenen Jahren konnte Peru zwar mit soliden Wachstumsraten glänzen, die boomenden Wirtschaft machte den Staat aber auch anfällig für Korruption. In dem Andenland wird gleich gegen drei ehemalige Präsidenten ermittelt: Alejandro Toledo (2001-2006), Ollanta Humala (2011-2016) und Pedro Pablo Kuczynski (2016-2018) stehen im Fokus der Behörden. Im April tötete sich Ex-Präsident Alan Garcia durch einen Kopfschuss, als ihm ein Haftbefehl wegen Korruptionsverdachts überreicht wurde.