Einen Tag nach seinem Rücktritt als Präsident Boliviens hat Evo Morales nach Angaben der mexikanischen Regierung um Asyl in Mexiko gebeten. Sein Land werde Morales Asyl gewähren, teilte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Montag bei einer Pressekonferenz mit.

Morales war am Sonntag nur drei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl zurückgetreten. Der Sozialist hatte sich nach der Abstimmung am 20. Oktober zum Sieger in der ersten Runde erklärt, obwohl die Opposition und internationale Beobachter erhebliche Zweifel anmeldeten. Seine Gegner warfen ihm Wahlbetrug vor. Seitdem kam es bei Straßenprotesten fast täglich zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Morales. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Trump sieht ein Signal für Venezuela und Nicaragua

"In solchen Situationen gibt es keinen Platz für Gewalt", sagte ein Beamter des US-Außenministeriums. Die USA verfolgten die Situation genau und wollten sicherstellen, dass die Bolivianer die Möglichkeit bekämen, die Demokratie und die verfassungsmäßige Ordnung des Landes wiederherzustellen. US-Präsident Donald Trump sieht in dem Rücktritt von Morales einen bedeutenden Sieg für die Demokratie in der westlichen Hemisphäre. "Diese Ereignisse senden ein starkes Signal an die illegitimen Regime in Venezuela und Nicaragua, dass die Demokratie und der Wille des Volkes immer siegen werden", sagte Trump laut einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Auch Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro feierte Morales' Rücktritt. "Ein großartiger Tag", twitterte Bolsonaro.

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte in einem vorläufigen Bericht Manipulationen bei der Präsidentenwahl festgestellt und eine Annullierung empfohlen. Daraufhin kündigte Morales am Sonntag zunächst eine Neuwahl an, am Ende gab er aber dem wachsenden Druck von Militär und Polizei nach. Morales und seine Verbündeten in der Region - darunter die sozialistischen Regierungen Venezuelas und Nicaraguas - sprachen von einem Putsch. Die OAS wird sich am Dienstag in Washington zu einem Treffen über die Lage in Bolivien zusammenfinden. (reuters/apa/wak)