Auf dem Weg nach Mexiko: Evo Morales hält die Flagge Mexikos. - © APAweb / reuters, Social Media, TC
Auf dem Weg nach Mexiko: Evo Morales hält die Flagge Mexikos. - © APAweb / reuters, Social Media, TC

Nach dem Rücktritt des bolivianischen Präsidenten Evo Morales treiben marodierende Banden in dem südamerikanischen Land ihr Unwesen - jetzt wollen die Militärs dem Spuk ein Ende bereiten. "Die Soldaten werden gemeinsam mit der Polizei Operationen durchführen, um Blutvergießen und Trauer zu verhindern", sagte der Kommandant der Streitkräfte, Williams Kaliman, am Montag. "Wir werden angemessene Gewalt anwenden gegen Vandalen-Gruppen, die Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten."

Morales machte sich am Abend auf den Weg ins Exil nach Mexiko. "Schwestern und Brüder, ich breche nach Mexiko auf", schrieb er am Montag auf Twitter. "Es schmerzt mich, das Land aus politischen Gründen zu verlassen, aber ich werde mich immer kümmern. Bald komme ich mit mehr Kraft und Energie zurück."

Die mexikanische Regierung bestätigte den Vorgang. "Evo Morales ist in dem Flugzeug der mexikanischen Regierung, das geschickt wurde, um seinen sicheren Transport in unser Land zu gewährleisten", schrieb Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard auf Twitter. Er postete dazu ein Foto, das Morales mit einer mexikanischen Flagge an Bord zeigt. Medienberichten zufolge machte das Flugzeug zum Auftanken einen Zwischenstopp in Paraguays Hauptstadt Asunción.

Mexiko hatte am Vortag beschlossen, Morales aus humanitären Gründen Asyl zu gewähren. Das Leben von Morales sei in Bolivien in Gefahr, sagte Ebrard. Inzwischen legte auch Boliviens Verteidigungsminister Javier Zavaleta López sein Amt nieder. Er gab seinen Rücktritt in der Nacht zum Dienstag per Videobotschaft auf Twitter bekannt.

"Kumpel Evo: Mexiko ist dein zu Hause" richtet diese Demonstrantin ihrem ehemaligen Präsidenten über dieses Schild aus. - © APAweb / Reuters, Edgard Garrido
"Kumpel Evo: Mexiko ist dein zu Hause" richtet diese Demonstrantin ihrem ehemaligen Präsidenten über dieses Schild aus. - © APAweb / Reuters, Edgard Garrido

Aufgebrachte Anhänger des früheren Präsidenten plünderten nach Medienberichten Geschäfte, errichteten Barrikaden und legten Feuer. Im Regierungssitz La Paz und der Schwesterstadt El Alto wurden bei gewalttätigen Zusammenstößen mindestens 20 Menschen verletzt, wie die Zeitung "La Razón" berichtete. Der bei den jüngsten Wahlen unterlegene Präsidentschaftskandidat Carlos Mesa schrieb auf Twitter: "Viele Leute warnen mich, dass ein Mob zu meinem Haus zieht, um es zu zerstören. Ich bitte die Polizei, das zu unterbinden." Auch Morales beklagte, dass seine Häuser in La Paz und in Cochabamba von Anhängern der Opposition angegriffen worden seien.

Auf Twitter rief der Ex-Präsident seine Landsleute zur Mäßigung auf. "Mit viel Liebe und Respekt bitte ich mein Volk, sich nicht auf die Gewalt jener Gruppen einzulassen, die den Rechtsstaat zerstören wollen. Wir bolivianischen Brüder dürfen uns nicht bekämpfen. Ich rufe alle dringend dazu auf, die Differenzen mit Dialog und Einigung zu überwinden", schrieb er.