Sanaa. Jemens Houthi-Rebellen haben nach Angaben Südkoreas drei festgehaltene Schiffe und deren 16 Besatzungsmitglieder wieder freigelassen. Zwei Schiffe seien in Südkorea registriert und ein Schiff fahre unter der Flagge Saudi-Arabiens, teilte das Außenministerium in Seoul am Mittwoch mit. Sie seien am Dienstag freigelassen worden.

   Die Houthis hatten die Schiffe am Sonntagabend vor Jemens Küste im Roten Meer aufgegriffen.

   Die Houthis bestätigten, die beiden südkoreanischen Schiffe seien nach einer "freundschaftlichen Verständigung" mit Seoul freigelassen worden. Ermittlungen hätten ergeben, dass die Handelsschiffe bei schlechtem Wetter versehentlich in jemenitisches Gewässer geraten seien, erklärte ein hochrangiger Houthi-Vertreter über Twitter.

 

Saudi-Arabien beschuldigte den Iran

Unter den Seeleuten der Schiffe befanden sich nach Angaben aus Seoul zwei Südkoreaner. Ihr Gesundheitszustand scheine gut zu sein, hieß es. Die südkoreanischen Boote - ein Schlepper und ein Baggerschiff - seien auf dem Weg zum saudischen Hafen Jazan. Auch bei dem saudischen Schiff handelt es sich um einen Schlepper.

   Der Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, Turki al-Maliki, hatte angesichts des Überfalls auf die "Rabigh 3" von einem "terroristischen Einsatz" der vom Iran unterstützen Rebellen gesprochen. Der Fall sei eine Bedrohung für die internationale Schifffahrt und die Meerenge Bab al-Mandab. Die Route an der Arabischen Halbinsel gehört zu den weltweit wichtigsten Schifffahrtsstrecken.

   Die saudische Militärkoalition fliegt regelmäßig Angriffe gegen die Houthis. Die Rebellen wiederum beschießen Saudi-Arabien mit Raketen.

 

König Salman droht Teheran

 Der saudi-arabische König Salman hat gegenüber Teheran am Mittwoch den Ton verschärft.  Er drohte dem Iran im Fall von Angriffen mit Gegenwehr. Das Königreich wolle keinen Krieg, sei aber bereit, sein Volk mit aller Entschlossenheit gegen jede Aggression zu verteidigen, sagte der Monarch am Mittwoch vor dem beratenden Shura-Rat des Landes. Der Iran müsse eine ernste Wahl treffen und die Konsequenzen tragen. "Wir hoffen, dass sich das iranische Regime für die Weisheit entscheidet", sagte Salman.

   Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran betrachten sich als Erzfeinde. Riad macht den Rivalen am Golf unter anderem für die Angriffe auf wichtige Ölanlagen des Landes im vergangenen September verantwortlich. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition greift zudem die Houthi-Rebellen im Nachbarland Jemen an. Das Königreich sieht in den Rebellen den verlängerten Arm des Iran.
 (apa,dpa)