Der Abschluss der UN-Klimakonferenz COP in Madrid hat sich massiv verzögert. Und mit jeder Stunde schwand die Hoffnung auf eine gute Einigung weiter. Nach einer 40-stündigen Verlängerung einigten sich die Delegierten dann aber doch noch auf einen Kompromiss.

Bei der letzten Plenarsitzung des Weltklimagipfels gab es am Sonntagmorgen allerdings einige Verwirrung. Einige der fast 200 Teilnehmerstaaten sprachen von technischen Problemen bei der Lektüre der Textentwürfe. Die chilenische Konferenzleitung musste mehrmals Erklärungen dazu abgeben, während Vertreter einiger Länder mehr Zeit forderten, um die Dokumente zu studieren. Offenbar gab es Probleme mit dern Internet-Verbindungen.

In einer Abschlusserklärung erinnerte das Plenum nach zweiwöchigen Verhandlungen alle rund 200 Staaten an ihre Zusage, im nächsten Jahr ihre Klimaschutzziele für 2030 möglichst zu verschärfen. Etliche Delegierte waren zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits abgereist, darunter die meisten Minister. Auch Österreichs Umweltministerin Maria Patek ist inzwischen nicht mehr in Madrid. Viele Umwelt- und Hilfsorganisationen haben die Konferenz deshalb schon abgeschrieben - was hier geschehe, werde der beim Klimaschutz gebotenen Eile nicht gerecht, kritisieren sie.

Trotzdem waren zumindest der Form halber bis zum Sonntagmorgen die Bemühungen um gemeinsame Beschlüsse weitergegangen. Die chilenische Umweltministerin und Konferenzpräsidentin Carolina Schmidt erklärte bei einem kurzen Auftritt vor dem Plenum, nach der Veröffentlichung neuer Beschlusstext-Entwürfe werde sie die Konsultationen zur Ausgestaltung von Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens leiten. Artikel 6 sieht vor, auch Marktmechanismen zur Steigerung und Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge, der sogenannten NDCs, zu nutzen. So könnte etwa ein Industrieland in einem Entwicklungsland ein Solarkraftwerk finanzieren, um die Nutzung fossiler Energieträger zu verringern, und sich diese Emissionseinsparung auf sein NDC anrechnen lassen.

Besonders umstritten war, ob unter dem Kyoto-Protokoll vergebene Verschmutzungsrechte unter dem Paris-Abkommen weiter gelten sollen. Umweltverbände warnen, dass dies - genauso wie Schlupflöcher etwa für Doppelzählungen - das gesamte Pariser Abkommen unterlaufen könnten. Die Konsultationen über die übrigen drei fortbestehenden Streitthemen sollte die Umweltministerin von Gastgeberland Spanien, Teresa Ribera, führen. Dabei geht es unter anderem um die Unterstützung von Entwicklungsländern im Umgang mit bereits eintretenden klimabedingten Schäden und Verlusten.