Es war die bisher längste Klimakonferenz, und ihr vorangegangen sind weltweite Klimaproteste - dennoch haben die rund 200 Staaten bei der UN-Konferenz COP25 in Madrid keine Fortschritte erzielt. Die Abschlusserklärung des Gipfels blieb trotz einer zweitägigen Verlängerung des Treffens vage. Kernpunkte wurden vertagt oder in wenig belastbare Bekundungen gegossen, die Verhandler einigten sich nur auf Minimalbeschlüsse.

Die chilenische Umweltministerin und COP-Vorsitzende Carolina Schmidt verkündete diese am Sonntag. In den Beschlüssen wurde unter anderem die Notwendigkeit anerkannt, dass die Länder ihre nationalen Klimaschutzziele anheben. Umwelt- und Entwicklungsorganisationen kritisierten dies als völlig unzureichend für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Enttäuscht äußerte sich auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Die internationale Gemeinschaft habe eine wichtige Gelegenheit verstreichen lassen, mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Klimakrise zu zeigen, schrieb er am Sonntag auf Twitter. "Aber wir dürfen nicht aufgeben. Und ich werde nicht aufgeben." Klimaaktivisten aus aller Welt, darunter Greta Thunberg, kündigten ebenfalls an, ihren Kampf unermüdlich fortzusetzen.

Zufrieden sieht anders aus: Der Vorsitz des UN-Klimagipfels in Madrid. - © APAweb / afp / Oscar del Pozo
Zufrieden sieht anders aus: Der Vorsitz des UN-Klimagipfels in Madrid. - © APAweb / afp / Oscar del Pozo

Nicht ganz so pessimistisch sah das österreichische Umweltministerium das Finale der Konferenz. "Das Ergebnis dieser COP25 lässt sich kurz zusammenfassen: Weniger als erhofft, mehr als erwartet", sagte Ministerin Maria Patek am Sonntag der Austria Presseagentur.

Gipfelpräsidentin Schmidt lobte, dass sich inzwischen 120 Staaten zum Ziel der Klimaneutralität bis 2050 bekannt hätten. Die Zahl der Länder in der sogenannten Climate Ambition Alliance habe sich damit verdoppelt. Die EU hatte sich zuvor zum Grünen Deal bekannt und dazu, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent der Erde zu werden.

Sinnbildlich für den gesamten UN-Klimagipfel: Die Überziehung um zwei Tage ging nicht spurlos an den Teilnehmern vorüber. - © APAweb / afp / Oscar del Pozo
Sinnbildlich für den gesamten UN-Klimagipfel: Die Überziehung um zwei Tage ging nicht spurlos an den Teilnehmern vorüber. - © APAweb / afp / Oscar del Pozo

In dem Beschluss zur Klimaschutz-Ambition wird auf die "Kluft" zwischen den notwendigen und den tatsächlichen Maßnahmen zur Umsetzung des Paris-Abkommens hingewiesen. Die Staaten werden daher "ermutigt", 2020 "die höchstmögliche Ambition als Reaktion auf die Dringlichkeit" des Kampfs gegen die Erderwärmung zu zeigen und auf Grundlage der Wissenschaft ehrgeizigere nationale Klimaschutzziele vorzulegen.

Hoffnung auf Hilfsfonds nicht erfüllt

Die Hoffnung von Entwicklungsländern und Inselstaaten auf einen eigenen internationalen Fonds zur Bewältigung von bereits eintretenden klimabedingten Schäden und Verlusten erfüllte sich nicht. Die Ausgestaltung von Artikel 6 des Pariser Abkommens gelang ebenfalls nicht. Damit bleibt das sogenannte Regelbuch zur Umsetzung des Paris-Abkommens weiter unvollständig. Alle anderen Kapitel waren vor einem Jahr bei der UN-Klimakonferenz in Kattowitz beschlossen worden. Die Artikel-6-Verhandlungen wurden damals auf die diesjährige Weltklimakonferenz vertagt und sollen nun auch die nächste UN-Klimakonferenz 2020 in Glasgow beschäftigen.