Da waren’s nur noch sieben, vorläufig zumindest. Im Rahmen der letzten Fernsehdebatte des Jahres 2019 trafen in der Loyola Marymount University in Los Angeles jene Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei aufeinander, die sich dafür qualifiziert hatten: Joe Biden, Ex-Vizepräsident; Bernie Sanders, Senator von Vermont; Elizabeth Warren, Senatorin von Massachusetts; Pete Buttigieg, ehemaliger Bürgermeister von South Bend, Indiana; Amy Klobuchar, Senatorin von Minnesota; Tom Steyer, Ex-Banker und Hedge Fund-Milliardär; und Andrew Yang, der Leiter einer Non-Profit-Organisation. Die Diskussion dauerte knapp unter drei Stunden und gab den Kandidaten dank des stark eingeschränkten Teilnehmerfelds erstmals die Chance, die Substanz ihrer Strategien darzulegen, mit denen sie im kommenden Jahr den Kampf gegen Donald Trump aufnehmen wollen. (Bei den bisherigen fünf Debatten hatten sich noch mindestens zehn die Bühne teilen müssen.)

Als Konsequenz daraus und dank der bisher besten Runde an Fragestellern, die sich aus Moderatorinnen des amerikanischen Quasi-ORF-Äquivalents PBS und Journalisten des Politik-Online-Portals Politico zusammensetzte, ließen sich endlich jene Konturen herausarbeiten, die die demokratischen Herausforderer voneinander unterscheidet. Einig waren sich die sieben praktisch nur in ihrer Bewertung des am Mittwoch vom Repräsentantenhaus beschlossenen Impeachment-Verfahrens gegen den Präsidenten. Tenor: Trump habe sein Amt missbraucht, sei korrupt und inkompetent und ungeachtet dessen, was jetzt im Senat passiert oder nicht, können sich die USA wie der Rest der Welt eine mögliche zweite Amtszeit nicht leisten.

Buttigieg im Aufwind

Was den Rest anging, krachte nahezu jede/r mit jedem zusammen, wobei die Bruchlinien quer durch die Altersschichten und die üblichen Schubladen á la "Pragmatiker vs. Idealisten" liefen. Erstmals richtig heftig unter Beschuss von allen Seiten fand sich Pete Buttigieg. Ein Umstand zweifellos der Tatsache geschuldet, dass der 37-Jährige, der wegen seines schwierig auszusprechenden Nachnamens häufig nur Mayor Pete genannt wird, im ersten Vorwahl-Bundesstaat Iowa die Umfragen anführt und auch im zweiten (New Hampshire) im Spitzenfeld liegt. Während Amy Klobuchar dem früheren Kleinstadt-Bürgermeister seine mangelnde Erfahrung in der Bundespolitik vorhielt, unterstellte ihm Elizabeth Warren zuviel Nähe zu Großspendern, mit denen er "im Weinkeller sitze und Weine um 900 Dollar das Glas verkostet".